Leitfragen zur AG Speicher­technologien

Die AG Speichertechnologien befasst sich mit folgenden Leitfragen:

  1. Ab wann werden Speichertechnologien (Kurz- und Langzeit) relevant?
  2. Welche Speicherkapazitäten sind vorhanden oder in Planung?
  3. Welche Projekte sind am Laufen (F&E, Demoprojekte, Projekte) und ab wann sind diese Speichertypen großtechnisch einsetzbar?
  4. Wie könnte der Markteintritt bzw. die Marktreife unterstützt werden?
  5. Welche Gesamtwirkungsgrade haben die einzelnen Speichertypen?
  6. Wie hoch sind die betriebswirtschaftlichen und die volkswirtschaftlichen (mit EEG-Umlage) Kosten (Investitions- und Betriebskosten) pro kWh?
  7. Welche regulatorischen Maßnahmen sind nötig (EEG-Umlage, Netzent-gelte, Stromsteuer etc.)
03.11.2014 / Autor: Team Energiedialog / Kategorie: Arbeitsgruppe 2:
Beitrag von Speicher­technologien

Kommentare:

KLJB Bayern, 14.01.2015 18:20:
Die KLJB Bayern hat sich Gedanken über eine sichere Energieversorgung bis zum Jahr 2050 gemacht und in die Sektoren Strom- und Wärmeerzeugung sowie Mobilität unterschieden.
Strom kann bis zum Jahr 2050 zu 100% aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden!
Um dieses Ziel zu erreichen braucht es Innovationen im Bereich Transport und Speicherung. Die Vision ist, für eine Versorgungssicherheit, ausreichend dezentrale regenerative Kleinkraftwerke mit Speichern zu haben, um Großkraftwerke zu ersetzen. Dies wird möglich durch Smart Grid (intelligentes Stromnetz, Vernetzung), Ausbau Super Grid (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetz), Forschung mit u. a. synthetischem Methan, verträglicher Ausbau an Pumpspeicherkraftwerken und Privatspeichermöglichkeiten für Photovoltaikstrom.

Bayern braucht den politischen Willen zur Umsetzung eines Gesamtkonzepts zur Energiewende, sonst droht das energiepolitische Chaos. Die KLJB Bayern fordert einen abgestimmten Gesamtplan, auf den man sich verlassen kann und der Planungssicherheit gibt. So muss für Investoren in Projekten erneuerbarer Energien ein Vertrauensschutz für das gesamte Jahr 2015 gelten.
Bernhard Liesenkötter, 27.12.2014 20:00:
@Andreas Burger
Die Darstellung des Solarfördervereins liest sich da aber ganz anders:
"Der Referent Wolf von Fabeck ... erläuterte ausführlich sein Konzept von dezentralen Energiespeichern, z.B. bei Photovoltaikanlagen. Dadurch wären die großen Nord-Süd-Starkstromtrassen überflüssig und das gesamte Stromnetz wäre weniger störanfällig."
Dieser dezentrale Speicherausbau ist eine richtige Richtung. Ich kann leider meinen vorhandenen Speicher (E-Auto) keinem PV-Eigner zur Benutzung anbieten, so etwas muss er (noch) selber bei sich installieren.
Andreas Burger, 21.12.2014 21:27:
Einer unserer Mitglieder der "BI Steinwald sagt nein" berichtete von einem Vortrag des Solarfördervereins (http://www.buefa-regensburg.de/aktivitaten/) .

Der Referent Wolf von Fabeck sagte sinngemäß:
Wenn keine Speicher geplant und genutzt werden bringen alle Solaranlagen und Windräder gar nichts! Man braucht eine ständige Grundlast aus Kohle und/oder Strom.
Herbert Hockgeiger, 17.12.2014 04:33:
In meinem Beitrag vom 21.11.2014 habe ich fälschlicherweise berichtet, "Im NEP 2014 wird dargestellt, dass in 2024 trotz massivem Zubau an Wind und Sonne kein bzw. nur 8,8 GWh an überschüssigem Strom "dumped power" zur Verfügung steht.". Tatsächlich sind es 8,8 TWh. Da jedoch mehr als 60 TWh an überschüssigen Strom für das Füllen des erforderlichen Speichers benötigt werden stellt das weiterhin eine kaum lösbare Herausforderung dar.
Werner Gugetzer, 12.12.2014 20:44:
@Sabine Schwendemann

Solange auch nur ein kg Kohle verheizt wird oder ein Liter Öl oder ein kg Uran verstromt wird ist es unlogisch diesen Strom in Wärme zu speichern.
Keine Primärenergie verheizen !

Wir haben keinen Stromüberschuss. Es ist nur eine Frage der Netzsteuerung.

Sollte also wirklich Überstrom vorhanden sein, vertrete ich die Meinung, dass dieser Strom zuerst in Deutschland zu verteilen ist. Mit Rundsteuersender, Muster Nachtsrom oder Wärmepumenstrom ist das möglich.

Solarprojekte sprechen den Wärmebedarf an. Ein Dach kann nur einmal die Leistung liefern, auch wenn es bereits Kombianlagen gibt. Modul ist auf Solarabsorber montiert.

20 Millionen Gebäude würden zur Verfügung stehen, aber,wo kein Kapital für Invest vorhanden ist, die Willensbildung rückt weit in die Ferne.

PS: Wer das Kapital hat, kann in seinem Bereich natürlich alles anwenden. Die Technik ist vorhanden.

Billiger ist es aber: Monatlich in Häppchen seine Energie zu verspeisen. Auf Kosten der Umwelt und der nachfolgenden Generationen natürlich.

Ich empfehle,sich auch mit Agora Energiewende zu beschäftigen. Diese Marktgedanken dürfen manchen überraschen.

wird sicher fortgesetzt
Sabine Schwendemann, 09.12.2014 21:29:
Bei der Debatte um Speichermöglichkeiten für Strom und Wärme wird oft übersehen, dass viele Gemeinden bereits zwei riesige Speichernetze haben: Ihr Erdgasnetz, und ihr Fernwärmenetz. Ich finde, man sollte die Idee forcieren. diesen beiden - von den Bürgern bereits finanzierten - Speicherorten eine höhere Bedeutung zukommen zu lassen, und mit neuen Ideen zu einer Schlüsselfunktion in der künftigen Energieversorgung zu verhelfen. Strom kann beispielsweise in Form von Wärme im Fernwärmenetz gespeichert werden ("Power to Heat"). Außerdem gibt es deutschlandweit bereits mehrere gut funktionierende Projekte, Solarwärme in großem Stil in Erdwärmesonden zu speichern. Die TU Darmstadt und die Uni Stuttgart begleiten die entsprechenden Wohnbau- und Industrieprojekte.
Karin Stahl, 03.12.2014 10:10:
Dezentrale Stromversorgung ist möglich, dies bestätig das Forschungsprojekt Kombikraftwerk2 vom Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel in einer Pressemitteilung vom 20. März 2013.
Laut dieser Pressemitteilung kann der Zusammenschluss vieler kleiner Stromerzeuger aus Erneuerbaren Energien konventionelle Kraftwerke ersetzen ohne ein erhöhtes Risiko für ein Blackout.
„Jede Energiequelle – sei es Wind, Sonne oder Biogas – hat ihre Stärken und Schwächen. Wenn wir die unterschiedlichen Charaktere der regenerativen Energien geschickt kombinieren, können wir die Stromversorgung in Deutschland sicherstellen“., prognostiziert Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter des IWES.

Hier wird unsere These, dass eine dezentrale Stromversorgung möglich ist, von einem angesehenen Institut bestätigt. Es gibt auf youtube unter dem Suchwort „Kombikraftwerk2“ ein Video dazu, indem das Forschungsprojekt sehr gut beschrieben wird.
Stephan Engelschall, 02.12.2014 09:42:
zum Thema PowerToGas.

Laut Herrn Dr. Stiller von Linde(zuständig für Gasspeicherung) betragen derzeit die Kosten pro kW etwa 20 Cent. Ein kW Erdgas kostet 2,5 bis 3 Cent. Das sagt schon alles.
Stephan Engelschall, 02.12.2014 09:38:
Hallo zusammen,

Prof. Sinn hat den Vortrag bei der Handwerkskammer in München gehalten. Findet man im Internet problemlos.

Symposium
„Energiewende 2.0 – Was getan
werden muss, um unsere Energieversorgung
wieder auf ein sicheres
Fundament zu stellen!“

http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/events/individual-events/Archive/2014/bht_28012014.html


Bezüglich Batterien noch ein andere Link:

http://rubikone.de/downloads/Allgemein/Info03.pdf

Beispiel: Bei einem Stromausfall in München könnte eine Lithium-Ionen-Batterie mit einem Gewicht von
250.000 t und der Größe einer Allianz ARENA die Stadt gerade 2 Stunden mit Strom versorgen.

Es stellt sich mir zuallererst auch die Frage des Ressourcenverbrauchs bei der Batterie bzw. Akkuherstellung. Ich denke das dieser enorm ist.
Wolfram Zucker, 01.12.2014 04:17:
Hallo,

Anmerkungen zu Pumpspeicher-Kraftwerken:
Sie sind zwar nicht dezentral, dürften aber trotzdem noch gebraucht werden. Es ist eine ausgereifte effiziente Speichertechnik. Saisonspeicherung geht zwar innerhalb Norwegen, aber im Frühjahr wird dort der Wasserstand mit bangem Blick beobachtet. -> Die können uns nicht mit versorgen (nur bei Ausbau - aber ob sie das wollen?).
Bei uns sind sie gut für Tag/Nacht bis Wochen (Wetter-/Wind-Schwankung).

Es hieß, Pumpspeicher rechneten sich nicht. Neulich fiel mir etwas auf, woran es liegen könnte. Ich überlegte, wann ich die Waschmaschine laufen lassen sollte, um ein gutes Werk zu tun, nachts (wie bisher - Nachtstrom...) oder lieber tags bei Sonnenschein (wenn PV-Anlagen viel liefern). Könnte es sein, dass gerade die Zeit des Umbruchs ist, von Stromüberschuss in der Nacht zu Stromüberschuss am Tag? Dann wäre wohl zuerst mal an der Reihe, den Nachtstrom durch flexiblere Tarife zu ersetzen, die dann zunehmend am Tag günstig sein könnten.
Bei weiterem Ausbau von "Sonne und Wind" dürften dann Pumpspeicher wieder mehr zur Geltung kommen (sich auch rechnen).