Leitfragen zur AG Energie sparen, Effizienz steigern

Die AG Energie sparen, Effizienz steigern befasst sich mit folgenden Leitfragen:

  1. Welches Potential zum Sparen und zur Effizienzsteigerung kann bis 2021 erreicht werden?
  2. Welche Maßnahmen können in den Bereichen: Unternehmen, Private Haushalte, Kommunen und staatlicher Sektor geplant werden?
  3. Wie können diese Maßnahmen geplant, strukturiert und umgesetzt werden?
  4. Welche Fördermöglichkeiten sollten dafür existieren (geschaffen bzw. verbessert werden)?
  5. Wie könnte das Monitoring von Maßnahmen und Erfolg aussehen?
03.11.2014 / Autor: Team Energiedialog / Kategorie: Arbeitsgruppe 1:
Energie sparen und Effizienz steigern

Kommentare:

Günther Hartmann, 09.01.2015 09:07:
Im Mittelpunkt sollte immer die Wirtschaftlichkeit stehen: das Verhältnis von finanziellem Aufwand und Erfolg, d.h. der tatsächlichem Einsparung von Energie und CO2-Emissionen. Einer der größten Energiefresser ist die Baubranche. Aber hier gibt es zwischen den Baustoffen gewaltige Unterschiede. Während die meisten mit großem Energieaufwand künstlich hergestellt werden, wächst Holz natürlich und braucht zur Ernte und Verarbeitung nur wenig Energie. Und wie in der Broschüre "STOP CO2" (www.stopco2.jetzt) dokumentiert ist, betragen die CO2-Vermeidungskosten von Bauen mit Holz nur einen Bruchteil der CO2-Vermeidungskosten von PV und Windkraft. Hier gibt es also riesige Einsparpotenziale. Schon heute wird ein Drittel des zur Herstellung von Energie freigesetzten CO2 durch nachhaltige Forstwirtschaft und stoffliche Holznutzung kompensiert. Und da ginge noch sehr viel mehr. Bisher fördert nur die Stadt München das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen durch ihren "CO2-Bonus" (30 Cent/kg). In der EnEV und in den KfW-Förderprogrammen taucht das Thema bisher noch nirgends auf. Auf Bundesebene wird gar das Gegenteil praktiziert: Die Herstellung energieintensiver Baustoffe wird durch die Befreiung von der EEG-Umlage subventioniert. Das stellt eine gravierende Marktverzerrung zuungunsten energiesparsamer Baustoffe dar. Energiefresser erhalten einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Nur wenn hier angesetzt wird, ist ein klimaneutrales Bayern bis 2050 möglich!
Werner Gugetzer, 08.01.2015 18:57:
@Remold 4.1.2014
An dieser Stelle werden ja bald Fragen von den Arbeitsgruppen beantwortet.
Licht war die erste Anwendung für die Generatoren. Machen wir die Nacht zum Tag und wir könnnen länger arbeiten. Pumpspeicherwerke dienen nur zur Lastregelung, wenn um 2 Uhr morgens der Generator im Leerlauf laufen sollte. Also hat man die Pumpe als Last.Oder so manche Straßenbeleuchtung am Tag. Eine Dampfturbine an einem Ofen, der Kohle verbrennt lässt sich nun mal nicht so regeln wie gebraucht. Gasturbine muss her.
Grauer Strom in Wegwerfprodukten ? China freut sich auf seine Arbeitsplätze. Unsere Müllverbrennungsanlagen haben das Geschäftsmodell-Fernwärme, da wird jedes Kilogramm Müll (Rohstoff ) benötigt. Unsere Kinder werden noch sagen: Wiso verbrennen die Rohstoffe. Verheizt ist verheizt. Die kommen nie wieder. Z.b Tonnenweise Aluminium.
Jetzt nehmen wir die Plastiktüte ( mit dem Aufdruck ) Öko und morgen ist die Tüte als Mülltüte in der grauen Tonne und wenn nicht, landet sie ev. zum verbrennen im Zementwerk. Sieht ja keiner oder prüft keiner. Ist wie mit dem Pferdefleisch im Gulasch. Ach ja, Mehrwertsteuer haben wir dafür auch noch bezahlt.
Markus Remold, 04.01.2015 11:43:
Wir haben die Leitfragen in der letzten Vorstandssitzung unserer BI durchgesprochen. Ich möchte ein paar Gedanken weitergeben, gerade weil wir keine Fachleute, sondern eben Otto-Normal-Bürger sind.
- Stromsparen wird nur in Zusammenhang mit Speicherkapazitäten wirklich sinnvoll. Warum nicht doch ein paar Pumpspeicherkraftwerke bauen? Die Beeinträchtigung von Landschaft und Wohnumfeld ist wesentlich geringer als bei einem Windpark, der noch dazu Überschussstrom produziert.
- Mit entsprechender Speicherkapizität wäre es möglich und wichtig, nächtliche Beleuchtung zurückzufahren um so Strom für den Tagesbedarf einzusparen. Gleichzeitig ein Beitrag im Kampf gegen die oft genannte "Light-Pollution" in Europa.
- Wie viel Energie steckt in unseren Wegwerfprodukten! Stromsparen geht auch, wenn wir zu langlebigen und nachhaltigen Produkten zurückkehren. Wer schafft die Anreize?
Bernhard Liesenkötter, 15.12.2014 12:01:
@Werner Roßkopf
Zur befürchteten Gesundheits-Auswirkung von HGÜ-Leitungen gibt es eine ausführliche Dokumentation der Strahlenschutzkommission; Download bei:

http://www.ssk.de/SharedDocs/Beratungsergebnisse/2013/HGUE.html

Meines Erachtens dürften weitere Studien keine neueren Ergebnisse bringen; die Haupt-Auswirkung ist das starke Magnetfeld, und das ist der Fauna (inkl. Mensch) vom Erdmagnetfeld her bekannt.
Die Ozon- und Stickoxid-Werte sind messbar und müssen/können beachtet werden.
Martin Förster, 06.12.2014 09:19:
Hallo zusammen,

die großen Einsparpotentiale sind nicht bei der Beleuchtung von Haushalten zu suchen. So argumentiert vielleicht Osram & Co, ist das Geschäft mit dem Austausch von Glühlampen doch sehr lukrativ. Hier erwarte ich eine sachliche Diskussion, losgelöst von der Propaganda der Lobbies.
Die Potentiale zum Sparen finden sich in der Industrie. Der Großteil wird bei der Aluminium oder Stahlproduktion verbraucht. Hier muss angesetzt werden. Langlebigere Produkte, Geändertes Konsumverhalten, mehr Remanufacturing und Recycling... Dies führt zu effektivem Energie- und Ressourcensparen. Glühlampen durch LED's ersetzen ist sinnvoll, dürfte jedoch keinen signifikanten Effekt haben. Das ist eher was für die Psyche der Leute, die das Gefühl haben "Ja, ich tue was!". Glühbirnen durch LED's ersetzen aber gleichzeitig jedes halbe Jahr ein neues Smartphone kaufen - da lügt man sich in die eigene Tasche. Denn in der Produktion von Konsumgütern und Grundstoffen wird der meiste Strom verbraucht.
Auch das Ersetzen eines alten Kühlschranks mit einem neuen sparsameren fördert zwar das Wirtschaftswachstum und mag den Stromverbrauch des entsprechenden Haushalts reduzieren, nicht jedoch den Gesamtenergieverbrauch, denn der alte Kühlschrank muss entsorgt und der neue produziert werden.
Elektrische Energie ist etwas wertvolles. Das sollte sich im Preis für Strom und auch Produkten wiederspiegeln.

Viele Grüße,

Martin Förster
Goldkronach
Willi Kapfer, 03.12.2014 11:55:
Zu Leitfrage 3+4+5
In der Energie-Einspar- Verordnung 2020 ist der "Fahrplan für Plus-Energie-Gebäude" fixiert. Der enthält lösbare Aufgaben für die Techniker. Damit diese "Plus-Energie" aber bezahlbar realisiert wird, müssen die potentiellen Bauherrn im Wohnbau innovative Bauformen wie "Null-Energie-Wohnmodule zum Bau von bezahlbaren Plus-Energie-Gebäuden" in Demo-Projekten besichtigen können.
Dabei muss ggf. auch bürokratisches Neuland betreten werden. Die Bürokratie als Bremsklotz für notwendige Innovationen zu missbrauchen, kann nicht dem Gemeinwohl dienen. Mit Empfehlungsschreiben von geeigneter Stelle könnten
verschiedene Hindernisse möglicherweise leichter überwunden werden.
Gibt es Anlaufstellen, die sich dafür zuständig fühlen?
Wolfram Zucker, 01.12.2014 03:38:
Hallo Tobias Raum,

schöner Beitrag!
"Das Bewusstsein was Energieeinsparung bedeutet bzw. was passiert, wenn wir es nicht tun ist bei den meisten bis heute noch nicht angekommen, was nicht heißt, dass ich mich selbst nicht auch immer wieder dabei ertappe, wie ich Energie verschwende. Das ist ein Prozess, den man sich täglich vor Augen halten muss!!!"

Mir scheint, dass es nicht dem Wesen der Menschen entspricht, ständig so bewusst zu sein, so weit zu denken. Das geht durch alle Schichten.
- Neulich haben Arbeiter hier das Gebüsch an der Straße geschnitten. Die ganze Zeit lief der Motor ihres kleinen LKW - sicher keine böse Absicht.
- Die Wirtschaft möchte wachsen - obwohl schon viel zu viel produziert wird (z.B. Papier).
- Politiker verteilen gern "Geschenke" - und brauchen dann wieder mehr Steuern, um sie zu bezahlen (mehr Geld -> mehr Energie).
- Die OECD meint immer noch, die Menschen müssten glücklich sein, wenn sie möglichst ihr Leben lang kommerziell arbeiten, viel Geld haben und eine außen-hui-Fassade - statt naheliegende Dinge bei sich zuhause zu machen, Zeit für ihre Kinder zu haben ...
- Die Kinder - wer mag sie dauernd ermahnen, wenn sie das Licht brennen lassen - oder gar ihnen von den Gefahren der Atomkraft erzählen? Aber soll man zulassen, dass sie ohne es zu ahnen an ihrer eigenen Zukunft sägen?
Ist dann nicht schon der "Lichtschalter" das Problem, der einen ständig bewussten Umgang verlangen würde, der nicht ihrem Wesen entspricht?
Wolfram Zucker, 01.12.2014 00:26:
Hallo,

erst mal ein großes Lob, dass hier die Arbeitsgruppe "Energie sparen" an erster Stelle steht.
Oft wird die Möglichkeit vergessen (und z.B. nur gefragt, wie man den bisherigen Verbrauch anders decken kann). Dabei ist Sparen die größte und schnellste Möglichkeit - nur dadurch begrenzt, wozu man bereit ist. Effizienz ermöglicht etwas Sparen ohne Verzicht. Wir sollten Mut haben, weit darüber hinaus zu gehen.

12 Gründe, Energie zu sparen:

1. Gefahr von Kriegen um Öl etc.
2. Gefahren der Kernenergie
3. Gefahr einer negativen Einstellung gegenüber den Menschen
4. Gefahr abnehmender Waldfläche auf der Welt
5. Klimawandel und andere Umweltschäden durch die fossilen Energieträger
6. Politische Abhängigkeit vermeiden
7. Vorbild-Wirkung für andere
8. Tut sowieso gut (ist gesünder) - Fehlentwicklungen korrigieren
9. Nicht mit Provisorien aufhalten - lieber gleich Nägel mit Köpfen machen
10. Vorbereitet sein auf den Rückgang des Angebotes
11. Bodenschätze für nachfolgende Generationen übrig lassen
12. Spart Geld

Geld als grobes Maß für Energieverbrauch:
Man kann es mit Rebound-Effekten erklären. 1. Rebound-Effekt: Man lässt LED-Lampe länger an, weil sie so sparsam ist. 2. Rebound-Effekt: Wenn man die LED-Lampe nicht länger an lässt, hat man Geld übrig, mit dem man dann in Urlaub fliegt ... Lösung: Weniger Geld einnehmen!
Jede Partei will mehr Geld für ihre Wählerschicht (-> mehr Energie).
Weniger wäre die Lösung.
Tobias Raum, 01.12.2014 00:08:
Energiesparen fängt daheim an, aber nicht nur da. Auch in der FIrma kann jeder dazu beitragen.
- Alleine bei uns im Büro laufen über die Mittagspause rund 20 Bildschirme. Wenn man die Kollegen auf das Einsparpotential abnspricht gibt es Antworten wie "Zahlt doch de Chef!" oder "Wir können uns auch zu Tode sparen!", etc.
Das Bewusstsein was Energieeinsparung bedeutet bzw. was passiert, wenn wir es nicht tun ist bei den meisten bis heute noch nicht angekommen, was nicht heißt, dass ich mich selbst nicht auch immer wieder dabei ertappe, wie ich Energie verschwende. Das ist ein Prozess, den man sich täglich vor Augen halten muss!!!
Carola Pracht-Schäfer, 30.11.2014 21:35:
Wichtigste Maßnahme zum Strom Sparen? Die Geräte müssen den Verbrauchern klar machen wie viel sie gerade verbrauchen (am besten in Euro und in Maßeinheit) und was sie damit zerstören!
Auf jeder Schachtel Zigaretten steht ein Satz zur Gefährdung der Gesundheit, dasselbe muss auf jedes Elektrogerät aufgedruckt werden! Am besten wäre es gar, wenn jedes Elektrogerät rot blinkt sobald es eingeschaltet wird. Es muss so gestaltet sein, dass ich freiwillig so schnell wie möglich das Gerät wieder ausschalte. Nur so kann man notorische Energieverbraucher zum Sparen umerziehen!