Leitfragen zur AG Erneuer­bare Energien

Die AG Erneuerbare Energien befasst sich mit folgenden Leitfragen:

  1. Welcher Mix der erneuerbaren Energien ist für das Jahr 2021 realisierbar?
  2. Wie kann die Akzeptanz von Erneuerbare-Energien-Projekten erhöht werden?
  3. Wie kann der Beitrag der erneuerbaren Energien zur Versorgungssicherheit gesteigert werden?
  4. Können durch Verringerung oder Verzicht auf Entschädigungszahlungen bei Abregelung Anreize für den Einsatz von Stromspeichern erzeugt werden?
  5. Mit welchen Maßnahmen können die erneuerbaren Energien besser in das Stromsystem integriert werden?
03.11.2014 / Autor: Team Energiedialog / Kategorie: Arbeitsgruppe 3: Ausbaupotenziale der erneuerbaren Energien

Kommentare:

Dr. Peter Steinbock, 18.01.2015 23:47:
Zu 2.
Akzeptanz und Glaubwürdigkeit von Erneuerbare-Energien-Projekten beginnen mit dem Nachweis der Machbarkeit hinsichtlich Naturgesetzen, Wirkungsgraden und Kosten, zumindest in wichtigen Teilschritten. Daran fehlt es. Vgl. Michael Beckmann u.a. „Perspektiven für eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien“. Die obige Aussage, eine einmal „ans Netz angeschlossene Anlage liefert den Strom fast umsonst“, untergräbt Vertrauen und schafft Illusionen in der Bevölkerung, die unter Welthöchst-Verbrauchstarifen in Deutschland leidet.
Denn dieser von der Wind- bzw. PV-Anlage kommende Strom ist ein Rohprodukt, der gegenwärtig in Deutschland nur mit Hilfe parallel betriebener sicherer gleichgroßer Erzeugerkapazitäten überhaupt verbrauchsfähig gemacht werden kann. Und diese zwangsweise Begleitung durch einen komplementären Kraftwerkspark ist ein Grund für unvertretbar hohe Erzeugungskosten.
KLJB Bayern, 14.01.2015 18:24:
Die KLJB Bayern hat sich Gedanken über eine sichere Energieversorgung bis zum Jahr 2050 gemacht und in die Sektoren Strom- und Wärmeerzeugung sowie Mobilität unterschieden.

Strom kann bis zum Jahr 2050 zu 100% aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden!
80% Energieeinsparung im Wärmebereich bis 2050 sind möglich!
Bis 2050 keine fossilen Kraftstoffe mehr im Mobilitätssektor!

Stromerzeugung sollte dezentral stattfinden (u. a. Eigenstromerzeugung), Wasserkraft sollte nur durch Repowering erweitert genutzt werden, Bioenergie nur mit KWK (Kraft- Wärme- Kopplung), Photovoltaik nicht auf Freiflächen und eine direkte Nutzung sollte möglich sein, Windenergie sollte ausgebaut werden, v.a. durch Einzelanlagen und kleine Parks, wichtig ist auch hier Repowering, für den Übergang sollte die Brückentechnologie Erdgas genutzt werden, allerdings kein Neubau von Großkraftwerken, auch dezentrale BHKW (Blockheizkraftwerk) sollten ausgebaut werden.

Die aktuelle Diskussion zur Energiewende in Bayern muss vorrangig wieder auf ihre Kernbereiche der regionalen, dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung fokussiert werden.

Es ist gut dass nicht über die Köpfe der Menschen hinweg Entscheidungen getroffen werden. Allerdings ist die Mehrheit der Deutschen für die Abschaltung von Kohle- und Atomkraftwerken und für den Ausbau der Windkraft.
Andreas Burger, 21.12.2014 20:31:
Der bayrische Energieatlas ist ein guter Onlineplaner für die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien für Planer (Windstärken etc.). Diesen zu bewerben kostet nicht viel.
Andreas Burger, 21.12.2014 20:30:
Laut Landwirtschaftlichem Wochenblatt ist die Flexiquote für Biogasanlagen so haarscharf gerechnet, dass es sich in den meisten Fällen nicht rentiert, flexibel Strom einzuspeisen. (Dort gibt es viele konkreten Hinweise zur Planung)
Würde mehr Biogas eingespeist werden, wäre das aus Bürgerhand mehr flexibler Strom, der der Gesellschaft zugutekommt. Regionale Wertschöpfung!
Andreas Burger, 21.12.2014 20:30:
Die Biogasanlagen in Bayern liefern bisher ca. so viel Strom wie ein Atomkraftwerk.
Die Flächen, die dafür gebraucht werden sind nicht zu groß, eher noch zu klein, denn 20-30% der landwirtschaftlich genutzten Flächen waren vor ca. 100 Jahren auch für die Energiegewinnung da. Es war v.a. Futter für die Zugtiere.
Lisa Müller, 20.12.2014 20:49:
Was ist Energiewende? Meistens kommt da die Rede ausschließlich auf regenerativen Strom, wie auch der Schwerpunkt der Förderung. Dabei ist der gesamte Energieverbrauch in der BRD für Wärme, Verkehr, Strom usw. ca. 2500 TWh (Terawattstunden)pro Jahr. Ca. 35 TWh kamen im Jahr 2013 aus der PV. Allein dafür zahlt der Stromkunde (2015) mehr als 10 Milliarden € EEG-Umlage. Das macht pro Bundesbürger 125 € plus MWST. Für insgesamt 150 TWh EE-Strom 22 Milliarden oder mehr als das Doppelte pro Person. Folge ist, dass der Co2-Ausstoß bisher nicht merklich fällt.Da von den PV-Anlagen bis Ende 2008 nur etwa ein Siebtel installiert waren, zahlen wir noch bis zum Jahr 2028 ungefähr diesen Betrag.
Bernhard Liesenkötter, 15.12.2014 15:36:
@Hessenreuther Wald e.V, 10.12.14:
"Der Anteil der Windenergie am Primärenergieverbrauch der Bundesrepublik betrug im Jahre 2013 1,4 Prozent..."
Da im übrigen Text nur vom Strom gesprochen wurde, sollte man auch die dazu passende Zahl nennen:
Im Fraunhofer-Bericht "Windreport 2013" werden 8 Prozent genannt (47,4 TWh)!
Werner Gugetzer, 11.12.2014 13:21:
@Sabine Schwendemann

Tiefengeothermie ist nur ein Baustein auf dem Weg der (Energie) Wende.

Einige Zahlen aber am Beispiel einer Großstadt.

Ertrag Strom für 16000 Haushalte. Vorhanden aber 798716 Haushalte. Also 50 Löcher (immer mal 2 ) bohren.
Kosten: 3,5 Milliarden.

Beinhaltet die Daseinsvorsorge diesen Invest auf die Zukunft oder kommt die Pflicht der privaten Beteiligung ?

Wärmeleistung reicht nur für 88 Prozent der Haushalte ( Stadtteil ) Unerschöpflich ?? Warum nicht alle ?

Erding versorgt nur 10 Prozent der Haushalte mit Wärme.

Der Privatmann ( Firma ) wollte ja nach Erdöl bohren. Es kam mit Enttäuschung nur warmes Wasser !

Bergbaurecht schreibt vor, daß dem Bodenschatz Wasser nur die Wärme entzogen wird und nicht das Wasser verbraucht wird. Also wieder zurückpumpen.

Wir könnten sofort 35 Prozent des Energieverbrauches einsparen.
Doch wie steht ganz versteckt geschrieben in tausenden Seiten zur Energiewende.

Wir brauchen:

1 Bewustseinsbildung

2 Willensbildung

Doch wie heist es so schön.

Der Geist war willig, doch der Geldbeutel war schwach, um

die Investiv-Bildung zu erfüllen.

zurück zur Thermie:

Machen wir Fernwärme oder Gaswärme ? Doppelt bezahlt keiner, solange kein Anschlusszwang besteht.

Und dort, wo die Infrastruktur nicht vorhanden ist, wird weiter mit Öl oder Flüssiggas die Wärme erzeugt.

wird fortgesetzt
Verein Unser Hessenreuther Wald e.V., 10.12.2014 13:35:
Der Anteil der Windenergie am Primärenergieverbrauch der Bundesrepublik betrug im Jahre 2013 1,4 Prozent, obwohl bis Ende 2013 25.000 Windräder bundesweit installiert wurden. Um die volatile Stromerzeugung durch Windkraft und Fotovoltaik auszugleichen, laufen permanent meist Kohlekraftwerke im Hintergrund mit und sichern die Grundlast der Stromnetze. Eine praxistaugliche Speichertechnik ist nicht in Sicht. Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 nahm daher in den vergangenen beiden Jahren so stark zu wie nie zuvor zu; Tendenz weiter steigend.
Eine Studie des Ornithologen Martin Flade belegt: Jährlich verunglücken an Windrädern in Brandenburg 3 Prozent des Rotmilan-Landesbestands. Sein Fortbestand ist gefährdet.Das Ende der global bedeutenden Population ist absehbar. Jährlich sterben durch Windräder auch über 200.000 Fledermäuse in der Bundesrepublik, melden Forscher des Berliner Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (VOIGT 2012). Ähnliches gilt für Bayern.
Die Energiewende bewegt sich in ihrer gegenwärtigen Form in eine ökonomische Sackgasse und in ein landeskulturelles, ökologisches Desaster. Wir fordern einen vorläufigen Stopp des weiteren Baus von Windkraftanlagen in den bayerischen Kulturlandschaften und Wäldern. Höchst fragwürdige und nachweisbar fehlerhafte Planungsinstrumente, wie der „Bayerische Winderlass“, sind zu modifizieren. Ökologische Risiken sind ohne Beteiligung der Lobbyverbände ideologiefrei zu bewerten.
Sabine Schwendemann, 09.12.2014 21:20:
@ Werner Gugetzer

Bei Ihrer Frage, weshalb Kurbäder nicht tiefengeothermisch beheizt werden, vermute ich recht einfache Gründe:
- 30 Grad heißes Wasser ist im Whirlpool toll, in der Heizung (und wohl auch aus wirtschaftlicher Sicht) etwas lau. Da braucht es ein paar Grad mehr.
- Thermalbadbetreiber wollen i.d.R. ein Thermalbad betreiben, keine kommunale Wärmeversorgung
- man braucht das Thermalwasser fürs Thermalbad. Erding hat z.B. sogar nach mehreren Jahren aufgegeben, Trinkwasser aus dem Thermalwasser herzustellen - der wachsende Bäderbetrieb verlangt danach.

Ich persönlich halte Tiefengeothermie für eine sinnvolle Lösung. Bayerns Süden sitzt auf einer gigantischen unterirdischen Badewanne voll heißem Wasser. Warum sollte man das nicht nutzen? 20 toll funktionierende Anlagen beweisen die Funktionstüchtigkeit.