3. Sitzung der AG Erneuerbare Energien

12.01.2015 / Autor: Team Energiedialog / Kategorie: Arbeitsgruppe 3: Ausbaupotenziale der erneuerbaren Energien

Kommentare:

Claudia Scheuring, 20.01.2015 09:41:
Weshalb sprechen Sie in Ihrem Ergebnisprotokoll (EP) von einem Minderheitsvotum von Vernunftkraft und Gegenwind? Sie vertreten über 130 Bayerische BIs. Die Anzahl ist ansteigend. Die Akzeptanz für Windräder schwindet schnell, sobald Windräder zu nahe an der Wohnbebauung gebaut werden. Ein anderer Punkt sind die unwirtschaftlichen Windräder! Wie schon richtig im EP festgehalten wird die Wirtschaftlichkeit von Windrädern kontrovers diskutiert. Wem wird in Zukunft die Kontrolle schon im Vorfeld des Baues eines Windrades zugewiesen? Werden unrentable Windradprojekte gestoppt oder verhindert? Bei diesen Erkenntnissen, dass die oftmals prognostizierten Volllaststunden eines Windrades nicht erreicht werden können, kann es nur ein Moratorium geben. Kein weiter so. Das jedes weitere Windrad eines zu viel ist, lässt sich an diesem Punkt aus dem EP festmachen. Zur Systemintegration…! Die volatile Energieerzeugung ist reiner Luxus. Die Backroundanforderungen um den Zappelstrom zu integrieren bedeutet zusätzliche Bodenversiegelung und Materialverbrauch, von den zusätzlichen Kosten ganz zu schweigen! Die benötigten großtechnischen Speicher stehen die nächsten Jahre nicht zur Verfügung.
Wie soll mit fluktuierenden Stromerzeugern wie Windrädern die Versorgungssicherheit gewährleistet werden?
Franz und Marianne Promberger, 19.01.2015 22:24:
Die Schäden aus einer Klimaerwärmung über 2°C werder insbesondere den jüngeren Teil unserer Bevölkerung treffen und sie werden ungleich höher und kostenträchtiger sein als die "Naturverschandelung" durch Strommasten und Windräder. Wir erwähnen nur als Beispiele allein für Bayern Schäden aus
- Dürreperioden für die Landwirtschaft und den Wald,
- häufigere Hochwasser
- Abschmelzen der Gletscher und des Firneises, deren kontinuierliche Wasserlieferung dann im Sommer ausbleibt

Der Minderung dieser Gefahren soll und muss ein Umstellen auf alternative Energiegewinnung dienen. Windstrom aus der Nord-/Ostsee ist relativ sicher im Vergleich zu Windenergieanlagen in Bayern. Deshalb ist Stromlieferung über Stromtrassen aus dem Norden dringend erforderlich.
Es gibt wissenschaftliche Gutachten, die belegen, dass die Kosten für ein Umstellen auf alternative Energien heute geringer sind als die Kosten für das Beheben von künftigen Schäden, die aus einem Temperaturanstieg über 2°C entstehen.

Die Entscheidung für Nord-Süd-Windtrassen sollte geprägt sein von Verantwortung und nicht von Egoismus und kurzfristigen Lobby-Interessen.

Dass eine für das Wohl ihrer Bevölkerung verantwortliche Regierung sich von dieser Verantwortung leiten lässt und ihre Entscheidung nicht aus dem Verlangen nach Wählerstimmen trifft, wollen wir gerne unterstellen.
Martin Scheid, 19.01.2015 22:15:
Sg. Verantwortliche der Erneuerbarenenergie.

Die bereits genannten Themen sprechen Bände von offen Punkte der Erneuerbarenen-Energie / Umsetzung/ Politik.
Befasst man sich mit diesem Thema musste man erkennen, dass mit der Sonne und mit dem Wind keine koninuität in der Stromerzeugung gewährleistet wir. Zugleich wird bei der Windkaft an Land prozentual zur
gewonnenen Energie zuviel unbelastete Natur, Landschaft, Grundwasser für Jahrzente verbrannt (Beispiele von Altlasten wie Industrieruinen, AKW`s, Gelände aus dem Kalten krieg usw hat Deutschland/ Bayern genügent). In den 70er Jahren mit dem Einzug ins Atomzeitalter wurden die kleinen Kraftwerke an Bayernsflüsse technisch vernachlässigt. Werden diese optimiert mit neuer Technich ausgestattet, könnten diese einen wesendlichen / kontuinierliche umweltschonende Stromgewinnung beitragen.
Dadurch wird eine weitere Belastung der kostbaren
Natur mit Beton und
Fremdstoffen usw. größten teils vermieden /minimiert.
Die Verantwortung für die Nachhaltigkeit die gegenüber den Nachkommen in unserer Verantwortung liegt, wird gewahrt.

MFG
Scheid Martin
Renate Kuehnel, 19.01.2015 13:00:
Momentan können ja nur die erneuerbaren Energien ins europäische Netz vorrangig eingespeist werden weil sie eine europäische Sondergenehmigung haben, aber wie lange gilt diese? Sie kann morgen schon entfallen. Darum erneut die Aussage: Die erneuerbaren Energien sind nicht kompatibel mit dem europäischen Strommarkt. Durch Wind und Solarenergie erzeugter Strom wird als Zappelstrom bezeichnet, d. h. er deckt keine Grundlast, für die Abdeckung der Grundlast benötigen wir zusätzlich konventionelle Kraftwerke, das sind Kohlekraftwerke die durchlaufen, da sie sich nicht zum regeln eigenen. Bläst nun der Wind oder scheint die Sonne stark, so haben wir eine Überlastung im Netz, wodurch dann wieder diese Forderung nach dem umstrittenen Netzausbau ins Spiel kommt. Wind und Sonnenstrom benötigen ein anderes Regelwerk. Entweder Speicher, im Moment wird hier jedoch noch entwickelt oder Gaskraftwerke die auf die Minute genau hochgefahren werden können und einsatzbereit sind wenn es zu wenig Sonne und Wind gibt. Aber Gaskraftwerke sind am europäischen Strommarkt zu teuer, kommen nicht zum Einsatz u. sind daher unrentabel u. werden abgeschaltet, daher müssen die Wind- u. PV Anlagen und Gaskraftwerke zusammengeschalten werden, wobei das Gaskraftwerk genauso wie die e.E. zu vergüten sind, der gemeinsame Strom kann dann an die Börse. Wind- u. PV-Anlagenbauer müssen hier über ihren Tellerrand blicken und versuchen ein Kombikraftwerk mit den GKW zu bilden.
Renate Kuehnel, 19.01.2015 03:01:
Der europäische Strommarkt ist nicht kompatibel mit den erneuerbaren Energien.
Die e. E. benötigen dezentrale Energieanlagen d. h. Verbraucher und Erzeuger liegen nahe beieinander. Als erstes bietet sich hier an sogenannt virtuelle Kraftwerke zu bauen, darunter versteht man eine Vernetzung von vielen kleinen Kraftwerken wie Biogas, kleine Wasserkraftwerke, Blockheizkraftwerke, PV-Anlagen, Windanlagen, usw. Diese Kleinkraftwerke sind so aufeinander abzustimmen, dass das Gesamtkraftwerk grundlastfähig ist, dann können die Kohlekraftwerke nach und nach abgeschalten werden. Ein dezentraler Ausbau fordert eine gleichmäßige Verteilung verschiedener Erzeuger über das ganze Land, so können viele virtuelle Kraftwerke geschaffen werden, die dann wieder miteinander vernetzt werden um auszuhelfen wenn eine Insel in Netzprobleme gerät, dieses Gesamtbild ergibt dann ein ganz anderes Netzbild als das, dass man uns aufzwängen will. Höchstspannungsleitungen sind nicht mehr notwendig Bedingung sollte allerdings auch sein, in Deutschland wird nicht mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, das wird auch von der europäischen Kommission gefordert. Wie wäre es wenn die Stadtwerke München über ein virtuelles Kraftwerk nachdenken würden statt Windparks an der Nordsee zu planen und gleichzeitig einen gigantischen Netzausbau zu fordern, der die Energiewende zum erliegen bringt. Es ist von unten nach oben zu planen und nicht wilden Ausbau der erneuerbaren Energien zuzulassen.
bernd huhnt, 18.01.2015 14:41:
Sehr geehrte Frau Staatministerin Aigner,
Ihre gestrige Veranstaltung am 17.1 war informativ und sinnvoll, aber leider wie auch schon beim der ersten Dialoggespräch sehr unter Zeitdruck stehend.
Aus Zeitgründen, auch um den weiteren Teilnehmern nicht die Möglichkeit zu Wort zu kommen nicht zu nehmen, habe ich meine Frage an Sie auf das Wesentliche begrenzt.
Meine Frage lautete“ warum bekommt in Ihren Dialoggesprächen die Gesundheitsgefährdung durch Hör und Infraschall aber auch durch Elektrosmog nicht den Stellenwert den er haben müsste“.
Ich würde Sie bitten, dass Sie das Thema Gesundheitsrisiko durch Elektrosmog und Hör/Infraschall mit den wirklich zuständigen Fachleuten aus der Medizin in einer extra Runde für uns Bürger, aber auch für Sie aufklären lassen.
In den Gremien sind Vertreter der Medizin bisher nicht berücksichtigt worden. Ich hatte in Kontakt mit Dr. Stöckle mehrfach darum gebeten. Es wurde zugesagt, dass das Thema in einer der Arbeitsgruppen behandelt würde. Dies ist aber so nicht erfolgt. Warum gibt es überhaupt den Widerstand gegen Stromtrassen und Windräder, einer der Hauptverursacher ist die potenzielle Gesundheitsgefährdung.
Andreas Ulm, 17.01.2015 23:07:
Die Firma Ostwind will durch Ihren Vortrag die Unverzicht-barkeit der Windenergie für Bayern aufzeigen. Leider muss man dieser Firma nur wirt-schaftliches Interesse unter-stellen!
Die Firma Ostwind hat den ersten ersten Wald-Windpark im Landkreis Regensburg errichtet, den Windpark Brenntenberg 1 an der Autobahn A3 bei Beratzhausen.
Vorausgegangen waren zweijährige Windmessungen, durch eigenen Windmessmast, auf Grund deren eine Jahresertragsprognose von 19,6 GWh für die drei Windkraftanlagen vom Typ Enercon E 101 erstellt wurde. Die 3 Megawatt- Anlagen mit einer Nabenhöhe von 135 Meter und einem Rotordurchmesser von 101 Meter kommen aber nicht einmal annähernd an diese Werte. Im Betriebsjahr 2012 wurden lediglich 10,5 GWh erreicht. Im Betriebsjahr 2013 12,2 GWh und aktuell in 2014 11,3 GWh. Die Zahlen stammen von dem Betreiber den Technischen Werke Schussental (TWS).
Die Firma Ostwind konnte auf schriftliche Nachfrage keine Anlage nennen die ihre Prognosen erreicht.
Windmessungen, die mit Sicherheit sinnvoll sind werden als Betriebsgeheimnis gehandelt.

Bei dem Genehmigungsverfahren zum Windpark Paintner Forst (Antragssteller Fa. Ostwind) wurde auf Grund zahlreicher Einwände von betroffenen Bürgern deutlich dass die von der Firma Ostwind abgegebenen Antragsunterlagen und Gutachten fehlerhaft und ungenügend waren! mit der Folge, dass fast sämtliche Antragsunterlagen der Fa. OSTWIND neu erstellt bzw. umfangreich nachgebessert werden müssen.
Konrad Wolf, 16.01.2015 20:10:
Man darf gespannt sein auf die angekündigten Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und zu erreichten Volllaststunden von bestehenden WKAs in Bayern.
Diese können von Interessierten auch jetzt schon eingesehen werden im Energieatlas der bayerischen Staatsregierung. Demnach werden an den wenigsten Standorten in Bayern die prognostizierten Erträge und Vollaststunden erreicht.
Statt 2000 werden oft nur 1500 bis 1700 Vollaststunden pro Jahr erreicht. Damit werden die von den Projektanten erstellten Prognosen weit unterschritten.
Die Bürger und Kommunen, die sich mit Begriffen wie "Bürgerbeteiligung" und "Wertschöpfung vor Ort" überzeugen ließen, stehen nun, da die versprochenen Renditen bzw. Gewerbesteuereinnahmen ausbleiben, mit leeren Händen da.
Bestes Beispiel ist der Windpark Zöschingen (Landkreis Dillingen), der damals größte Bürgerwindpark Bayerns, eingeweiht Mitte 2013 mit acht Windkraftanlagen des Typs Nordex N117/2400 mit einer Gesamtleistung von 19,2 MW. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bezeichnete den Bürgerwindpark, an dem 466 Privatpersonen beteiligt sind, in seiner Rede als ein Leuchtturmprojekt von dem er hoffe, dass es Schule mache. Inzwischen sind aus den Beteiligten Betroffene geworden! Statt der prognostizierten 4.850.000 kWh pro Windrad wurden in den letzten 12 Monaten nur 3.666.000 kWh geerntet. Die Anlagen erzielten nur 1527 Volllaststunden pro Jahr und liegen damit weit unter den prognostizierten 2020 Volllaststunden.
Kerstin Bauer, 16.01.2015 19:39:
Die 10H Regelung ist aus Sicht der betroffenen Bürger absolut zu begrüßen. Die Privilegierung und die bisherige Abstandsregelung, die aus der Zeit von 80 bis 100m hohen Anlagen stammen (d. h. auch damals galt 10H, nur waren es 800-1000m Abstand), führten zu einem Wldwuchs von Anlagen im ländlichen Raum. Bürger und Kommunen wurden daran nicht beteiligt. Oft genung waren die wirklich leidtragenden die Nachbarkommunen, da die Windkraftstandorte "zufällig" unmittelbar an der Grenze zur Nachbargemeinde lagen und die eigene Gemeinde wenig belaste wurde. Dies führte zur Umzingelung von Ortschaften, ohne dass Bürger oder Gemeinden etwas dagegen tun konnten.
Die Landschaft um Neumarkt i. d. Opf mit ihren sanften bewaldeten Hügeln hat so ihren Reiz und ihre Schönheit für immer verloren.
Die 10H Regelung muss den Ausbau der Windkraft nicht zwangsweise beenden, aber es dürfen nun auch Gemeinden und die betroffenen Bürger vor Ort, die damit leben müssen, mitentscheiden.
Bisher konnten Projektanten und Grundstücksbesitzer unkontrolliert und oft auch an Standorten mit schlechter Windhöffigkeit ihre Projekte verwirklichen. Warum laufen diese nun Sturm gegen 10H wenn die Zustimmung zur Windkraft in der Bevölkerung so hoch ist wie sie vorgeben.
Das Festhalten der Staatsregierung an 10H ist absolut zu begrüßen und sollte dazuführen, dass Windkraftprojekte in Zukunft von Anfang an mit alllen Beteiligten geplant werden.