Leitfragen zur AG Versor­gungssicherheit

Die AG Versorgungssicherheit befasst sich mit folgenden Leitfragen:

  1. Wie kann der bayerische Strombedarf nach Abschaltung der Kernkraftwerke ab 2023 gedeckt werden?
  2. Wie kann sichergestellt werden, dass genügend gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung steht, um die Jahreshöchstlast zu decken?
  3. Welche Struktur der Erzeugung erscheint für Bayern sinnvoll, insbesondere in Bezug auf die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit?
  4. Welche Kombination dezentraler und zentraler Versorgungsstrukturen ist unter ökonomischen und technischen Gesichtspunkten und unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit zweckmäßig?
  5. Wie wirken sich die gefundenen Lösungen auf die Strompreise aus?
  6. Welche Folgen ergeben sich hinsichtlich der CO2-Emissionen?
  7. Was folgt daraus für Umfang und Notwendigkeit des innerdeutschen und innereuropäischen Stromaustauschs?

Kommentare:

Werner Gugetzer, 20.01.2015 15:07:
Es ist nicht Schluss. Jetzt beginnt es erst.

Zusammenfassung:
Klimaschutz vergessen. 80 Millionen gegen Tropenwaldvernichtung

Energiewende ohne Kontrolle keine Wende. Soll ist. Wer mehr verbraucht zahlt überproportional.
Wer ist also für Verbraucher, Betriebe und Verwaltungen verantwortlich ?
Grüner Strom : Muss immer Vorrang haben.Nicht an der Börse verzocken.
Privatisierung für Strom: Größter Fehler. Rückgängig machen. Anleihe bei Oskar von Miller.
Aufwand im Jetzt. Ertrag im Später durch die neue Generation.
HGÜ Leitung sind notwendig. Über das Wie und Wo fliest noch viel Wasser die Isar hinab.
Strom: Import Export. Wir sollen ja weniger verbrauchen. Warum produziert MünchenCo2 für
Irland ?
Forschung für Killeraktionen ausbauen.
Gewinnmaximierung ist auf Kostenminimierung zu ändern.
Energiegerechtigkeit ist neu zu definieren. Altersfaktor bei Rechnungslegung !!!
Mobilität ist neu zu definieren.
( Wer ist der Erste, der den Transrapid wieder ausgräbt ? oder Cargolifter )
Solarausgleich: Wer könnte aber nicht will, wird über eine Sonnensteuer am entgangenen Ertrag beteiligt.

Müssen wir das Rad immer neu erfinden ? Nein. Wir haben eine zentrale Stelle für Literatur und Schulungsunterlagen und Checklisten. Am besten über alle Bundesländer !!! Urheberrecht ändern. Energiewiki---BRD

Meinungen der Bürger müssen über eine Dialogsoftware gesteuert werden. Gewichtung liegt daher beim Bürger. Politik hat auszuführen.
Helmut Wiesmeth, 18.01.2015 18:52:
Wortmeldung zur Veranstaltung vom 17.01.2015: Mit der zu erwartenden Verkabelung von Stromtrassen steigen die Kosten immens. Lt. 50hertz (03/2012, Hintergrundinfo Freileitung oder Erdkabel) kosten ein km Freileitung 1 Mio. und ein km Erdkabel 4 – 16 Mio. Euro. Erdverkabelung ist also ca. 10mal so teuer. Die ursprünglich genannten 20 Mrd. Euro für 36 Vorhaben (2.800 km Neubau, 2.900 km Optimierung) reichen längst nicht mehr. Mittlerweile ist von 26 Mrd. Euro bis 80 Mrd. Euro die Rede. Bei diesen Zahlen ist es lächerlich zu behaupten, dass es ohne Bau der HGÜ-Trassen für den Süden (noch) teurere Strompreise geben wird. Deutsche Haushalte bezahlen heute schon die zweithöchsten Strompreise in Europa. Das kann so nicht weiter gehen! Deutschland erzielte 2013 im internationalen Stromhandel einen Überschuss von 34,3 TWh, der ca. 1,2 Mrd. Euro einbrachte (plus 50%; 77,3 TWh Export; 43TWh Import). Weder davon noch von den sinkenden Preisen an den Strombörsen haben die Verbraucher etwas zurück bekommen. Hier ist klar erkennbar, es geht nicht um die Versorgungssicherheit sondern um Gewinnmaximierung durch Stromhandel. Für Trassen, die nur der Durchleitung dienen, wollen wir nicht bezahlen! Wir brauchen zur Bewältigung der Energiewende neben einem Mix an Maßnahmen vielmehr ein intelligentes Strommanagement, das u. a. für die Verteilung von Überschüssen an Bayern sorgen kann.
Hans-Joachim Sellner, 16.01.2015 14:40:
In zwei Monaten werden wir wissen: Nach dem Dialog ist vor dem Dialog! Die Grundlastversorgung wird über Schattenkraftwerke weiterhin konventionell sichergestellt, überwiegend fossil, bis Ende 2022 noch etwas klimafreundlich mit einem Rest an Kernenergie. Die HGÜ-Trassen werden gebaut, da sie offensichtlich alternativlos sind, denn wie sonst wird der Norden der Republik seinen überbordenden Flatterstrom los.

Wenn sich 2022 Bayerns letzter Atommeiler ISAR 2 verabschiedet, blicken wir auf eine saldierte Versorgungslücke von ~41.000 GWh. Sie kann natürlich durch Importe gefüllt werden, unsere Nachbarn erweitern bereits mit Fleiß ihren KKW-Bestand. Der Netto-Stromverbrauch lag 2012 in Bayern bei ~82.000 GWh. Bei einem Eintrag von ~62.000 GWh mußten demnach 20.000 GWh hinzugekauft werden, ab 2022 kämen weitere ~41.000 GWh hinzu.

Aber im Lichte dieser Tatsache muß es erlaubt sein, Vorschläge für eine dezentrale Versorgung und ihrer unermeßlichen Flurschäden in Zweifel zu ziehen und einer zentralen Kraftwerkstechnik den Vorzug zu geben. Bayern verfügt über diese Kraftwerke sowie eine moderne, sichere Netzinfrastruktur.

Das Antidot zum lähmenden Virus des Experimentierbaukastens „Energiewende“ wäre das Eingeständnis, man habe nach Fukushima überhastet reagiert, und, den Gesichtsverlust verschmerzend, die Kernenergie unter Ertüchtigung auf Generation III+ zu reanimieren. Es ist noch nicht zu spät, Einsicht und Vernunft führen zum Erfolg!
Karl-Josef Pecho, 16.01.2015 14:00:
Zum Schluss noch folgende Bemerkungen
1. Die plötzlich öffentlich positive Einstellung zur Energiewende (weil der Anteil der EE auf 25% gestiegen ist) ist nur eine Momentaufnahme, hieraus sollten die Politiker keine falschen Schlussfolgerungen ziehen, denn jedes Prozent mehr an EE, mit der jetzigen Energiestruktur, führt zu einem niedrigeren Wirkungsgrad der Gesamtenergieerzeugung, verbunden mit höheren Kosten.
2. Die Energiewende ist nur mit technischen Argumenten zu lösen. Die physikalischen Gesetzte (z. B. Kirchhoff mit die Summe aller Ströme ist gleich 0) ändern sich nicht, nur weil politisch (auf öffentlich Druck) plötzlich eine andere Lösung (z. B. mehr Dezentralisierung) favoritisiert wird.
3. Da der technische Sachverstand breiter Bevölkerungsschichten, für die Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten nicht ausreicht, sollten Spezialisten Diese erarbeiten. Die Ergebnisse müssen durch die Politik vorgestellt (Sinn des Energie Dialoges) und verabschiedet werden.
4. Die technische Umsetzung muss parallel erfolgen, d. h. es muss ein abgestimmtes Konzept für Energieerzeugung, Energieübertragung, Energiespeicherung und Energieverteilung geben (nicht wie jetzt, erst Photovoltaik, dann Windenergie, anschließend den Netzplan, schließlich der Umbau der Verteilernetze und irgendwann dann die Speicherung).
KLJB Bayern, 14.01.2015 18:27:
Im vorrangigen Ausbau der erneuerbaren Energien steht auch die Verantwortung für die Energiewende aus christlicher, ethischer und ökologischer Sicht. Neben der Forderung nach dezentralen Speicherlösungen und der Ablehnung von Zentralisierungen wie „Wind im Norden und Sonne im Süden“ sowie der Übermacht der am Markt agierenden Stromkonzerne, sieht die KLJB Bayern für die Energiewende auch eine hohe Bedeutung für Stromeinsparung, Mobilität und Transparenz.
Lisa Müller, 11.01.2015 17:47:
Der Entschluss des bayr. Ministerpräsidenten, vor der Zustimmung zu neuen Trassen zunächst eine Planung der Ersatzstromquellen für die Zeit nach dem Abschalten der AKWs zu verlangen, ist nur vernünftig. Die wetteranhängigen regenerativen Stromquellen alleine können den gleichmäßigen Atomstrom nicht ersetzen. 8760 Stunden hat das Jahr, ca. 1600 Vollaststunden von onshore-Windanlagen und 900 Stunden von PV-Anlagen! Speichermöglichkeiten sind jetzt und auch in 8 Jahren nicht gesichert (Batteriespeicherung kostet z.Z. 20 ct/kWh, LOHC Kosten und Realisierung unbekannt). Daher sollten fossil betriebene Ersatzkraftwerke in der Nähe der AKWs errichtet werden, dort gibt es schon die notwendigen Verteilungsnetze.
Lisa Müller, 11.01.2015 17:32:
Das EEG enthielt schon bei seiner Einführung grundsätzliche Fehler:
1.Der Verkauf des Solarstroms wurde den Versorgern überlassen, die keinerlei Vorteil davon haben, für diesen Strom einen hohen Preis zu erzielen. Den Verlust zahlt die Umlage. Die Versorger haben die gestalterische Möglichkeit ihn mehr oder weniger zu verschenken und zum Ausgleich mehr für eigenen Strom zur Versorgung der Grundlast zu erzielen. Gibt es da nicht eine andere Möglichkeit, z.B. dass man den Solarstrom im Voraus für einen gewissen Zeitraum als Paket versteigert?
2.Grundsätzlich sollte bei der EEG-Vergütung von wetteranhängiger Stromerzeugung gleichmäßige Lieferung belohnt werden. Die bisherige Installation mit geringer Dachneigung fördert Überproduktion im Sommer, das Gegenteil bei niedrigem Sonnenstand.
3.Die Biogas-Anlagen erzeugen z.Z. übers Jahr konstante Strommengen anstatt die volatile Produktion von Wind- und Solarstrom auszugleichen.
Karl-Josef Pecho, 03.01.2015 14:03:
Es gibt keine sichere auf erneuerbarer Energien basierende dezentrale bayerische Lösung, d. h. zwar, soviel Dezentralisierung wie möglich, aber das Gesamtenergiesystem für die Zukunft kann nur mit globalen Strukturen erfolgen. Die Fernverbindungen sollten über HGÜ Leitungen erfolgen. Die HGÜ Übertragung ist Stand der Technik, hat einen höheren Wirkungsgrad als die DS-Übertragung und ist daher auf Dauer kostengünstiger. Es sollten natürlich, sofern möglich, vorhandene Trassenverläufe genutzt werden. Die Speicherkapazitäten müssen dringend erweitert werden, um so die Aufnahme von Windenergie durch Zwischenspeicherung zu erhöhen. Die Politik muss Vorgeben in welchen Schritten der jährliche Anteil an erneuerbarer Energie zu erhöhen ist. Diesen Anteil muss jeder Energieerzeuger erfüllen, ansonsten erhalten sie keine Einspeisekonzessionen. Dies gilt auch für die Grundlastfähigkeit der Einspeiseenergie. Jeder Erzeuger muss den Nachweis erbringen, dass seine angebotene Energie grundlastfähig ist und anteilmäßig erneuerbare Energie enthält.
Somit kann auf der Erzeugerseite (auch durch Zusammenschluss) Wettbewerb erzeugt werden. Die Betrachtung wie jetzt z. B. Wasserkraft oder Gas ist zu teuer fällt weg. Die Politik gibt die Rahmenbedingungen vor (erstellt eine Spezifikation für die Energiewende), die Umsetzung überlässt sie gefälligst der Industrie. Dies ist soziale Marktwirtschaft und schon unter Ludwig Erhard nachzulesen.
Johannes Sitter, 25.12.2014 19:24:
Wie schützen wir zentrale Stromnetze und deren Steuerung durch Cyber- und anderen Gewaltterroristen? Ist ein dezentrales Netz nicht ein besserer Schutz? Diese Fragen mmüssen auch erörtert werden.
Andreas Burger, 21.12.2014 22:23:
Stromtrasse Süd-Ost = Atomstrom aus dem Ausland in Deutschland

In Kaliningrad wird ein Atomkraftwerk geplant, genauso wie in Polen. In Tschechien gibt es Erweiterungspläne für zwei bestehende Kernkraft-Standorte.
Wenn der europäische Binnen-Strom-Markt kommt und die Leitung Süd-Ost bzw. noch mehr Ost-West-Verbindungen kommen (Ganz konkret bei einer Trassensetzung entlang der A93 mit kurzen Wegen nach Tschechien), stehen direkt französische, tschechische, russische und polnische Atomkraftwerke in Konkurrenz. Ich hoffe keiner der Beteiligten spart dann an der Sicherheit, wenn er seinen Strom nicht so billig wie der andere herstellen kann.