1. Sitzung der AG Versorgungs­sicherheit

Kommentare:

Karl-Josef Pecho, 08.01.2015 10:57:
Zum Schluss noch folgende Bemerkungen
1. Die plötzlich öffentlich positive Einstellung zur Energiewende (weil der Anteil der EE auf 25% gestiegen ist) ist nur eine Momentaufnahme, hieraus sollten die Politiker keine falschen Schlussfolgerungen ziehen, denn jedes Prozent mehr an EE, mit der jetzigen Energiestruktur, führt zu einem niedrigeren Wirkungsgrad der Gesamtenergieerzeugung, verbunden mit höheren Kosten.
2. Die Energiewende ist nur mit technischen Argumenten zu lösen. Die physikalischen Gesetzte (z. B. Kirchhoff mit die Summe aller Ströme ist gleich 0) ändern sich nicht, nur weil politisch (auf öffentlich Druck) plötzlich eine andere Lösung (z. B. mehr Dezentralisierung) favoritisiert wird.
3. Da der technische Sachverstand auch breiter Bevölkerungsschichten, für die technisch erforderlichen Lösungen nicht ausreicht, sollten Spezialisten die Lösungsmöglichkeiten erarbeiten (die Politik muss natürlich aufklären).
4. Die technische Umsetzung muss parallel erfolgen, d. h. es muss ein abgestimmtes Konzept für Energieerzeugung, Energieübertragung, Energiespeicherung und Energieverteilung geben (nicht wie jetzt, erst Photovoltaik, dann Windenergie, anschließend den Netzplan, schließlich der Umbau der Verteilernetze und irgendwann dann die Speicherung).
5. Viele Beiträge des Energiedialoges sind durch technischen Sachverstand geprägt, ich hoffe sie werden bei der Umsetzung eines Masterplanes zur Energiewende berücksichtigt.
peter möstl, 08.12.2014 19:23:
Es war ein großer Fehler in der Vergangenheit die saatlichen Energieversorger zu privatisieren! Die Energie gehört schnellst möglich wieder in die Staatshand und nicht in die Hände von privaten Profiteuren!
Antje Rückschloss, 02.12.2014 18:33:
Sigmar Gabriel sagte im Juli in Nürnberg, dass die Gleichstrompassagen, die gebaut werden sollen, nicht der grünen Energiewende dienten, sondern Teile eines Netzes von Norwegen bis Portugal sein sollten, mit dem Strom gehandelt wird (Das impliziert auch Kohle-und Atomstrom Aus dem Ausland!). Als betroffene Anwohnerin wehre ich mich dagegen, dass meine Gesundheit und die Gesundheit meiner Kinder gegen die finanziellen Interessen der Stromkonzerne abgewogen werden sollen! Ich wehre mich dagegen, dass die Großkonzerne an dem Handel und den Leitungen verdienen, während ich die Rechnung über meine Steuern und den Wertverlust meines Hauses zahle! Wenn der Energiedialog, so wie er jetzt stattfindet, sowohl ergebinsoffen als auch dem Umweltschutz verpflichtet ist und unabhängige Gutachten erstellt werden, zudem das Angebot Österreichs, uns mit grünem Strom kostenneutral und ohne neue Leitungen zu brauchen zu versorgen,
dann kann das Ergebnis nur sein, dass die Gleichstrompassagen nicht gebaut werden!
Franz Wagner, 02.12.2014 18:24:
Nun kann man es fast schon als ein historisches Ereignis bezeichnen, dass eon sich verstärkt der Stromerzeugung mit Erneuerbaren zuwenden will, wie die neuesten Medienberichte verlauten lassen.
Auf den ersten Blick meint man diese Entscheidung sei positiv. Positiv in dem Sinne ist nur, dadurch dass eon hohe Verluste mit der konventionellen Energieerzeugung in den vergangenen Jahren machte, und nun vermutlich erkannt hat, dass die Zeichen der Zeit einen anderen Kurs einnehmen. Die Verluste hätte eon vermeiden können, wenn z.B. die gewinnbringenden Wasserkraftwerke nicht an Österreich verkauft worden wären und der Konzern sich schon von Anfang an mit der Nachhaltigkeit der Erneuerbaren Energieerzeugung beschäftigt hätte.
Auf dem zweiten Blick ist die Auslagerung der verlustreichen AKW´s und KKW´s in sogenannte „Bad-Gesellschaften“ steuerpolitisch mit einem wachsamen Auge zu betrachten. Die Politik täte gut daran, wenn durch dieses Modell die Verluste nicht sozialisiert und die Gewinne privatisiert werden.
Diese 180° - Wende von eon zeigt, dass es bei der Umsetzung der Energiewende und damit der künftigen Versorgungssicherheit nicht um soziale Aspekte geht, sondern rein um die Sicherung der Renditen und Dividenden solcher Konzerne.
Jürgen Pezolt, 02.12.2014 08:29:
Die Lösung für die Versorgungssicherheit in Bayern kommt aus Österreich.
http://www.sueddeutsche.de/bayern/energiewende-in-bayern-oesterreich-lockt-mit-stromangebot-1.2246816
Dieses Angebot muss auf jeden Fall ernsthaft mit in den Energiedialog aufgenommen werden! Zumal dafür kein weiterer Netzausbau notwendig wäre und ein Stromaustausch zwischen Österreich und Bayern mehr Sinn macht als Megastromtrassen quer durch Deutschland!
Tobias Raum, 01.12.2014 00:32:
Versorgungssicherheit muss ganz klar oberste Priorität haben um Bürger und Industrie von einer nachhaltigen Energiewende überzeugen zu können und unseren Lebensstandard halten zu können - aber die Definition von Sicherheit ist Auslegungssache... Die Energie-Giganten reden auch in Zeiten von Rekordexporten davon, dass eine ABschaltung einzelner Kraftwerke zu Strommangel führt. Leider lässt sich der Großteil unseres Volkes (und deren Vertreter) davon aufschrecken und akzeptiert lieber alle von den Unternehmen vorgeschlagenen Maßnahmen, anstatt diese zu hinterfragen.

Ich bin der Ansicht hier ist eindeutig Unabhängigkeit von jeglichen Interessen gefragt. Neutrale Gutachten, keine Schwarzmalerei aber auch keine Schönfärberei.
Die Politik muss hier ganz klar die Weichen stellen.
Desweiteren kann ich mich nur der Aussage von Bernhard Liesenkötter anschließen.
Leider hat die Industrie das, was im Handwerk zum großen teil noch praktiziert wird, verlernt, nämlich Verantwortung zu übernehmen und zwar für Mitarbeiter und Umwelt. Sich hinstellen, jammern, mit Abwanderung drohen und Mitarbeiter und Umwelt mit Füßen treten ist eine Vorgehensweise, die bei uns im Lande leider viel zu sehr geduldet und akzeptiert wird. Und als Gipfel der Dreistigkeit macht EON jetzt Werbespots, in den die Notwendigkeit der Stromtrassen in Frage gestellt wird.
Hier besteht enormer Handlungsbedarf!!!
Ursula Reinhardt, 30.11.2014 19:56:
Energiewende heißt vor allem Energie vor Ort zu gewinnen und Abkehr von Braunkohle und Atom. Die Trassen verschandeln und zerstören die Umwelt und dienen nur der Gewinnsucht der Großkonzerne.
Günter Hacker, 30.11.2014 18:57:
Eine dezentrale Versorgung z.B. mit Gaskraftwerken in Bayern (bereits vorhanden oder neu zu errichten) wäre einer über- regionalen Leitung vorzuziehen. Insbesondere, da in unserer Region weder Einspeicher- noch Entnahmemöglichkeiten vorgesehen sind und wir ähnlich wie beim Ausbau der BAB A9 nur den Nachteil der Durchleitung des Verkehrs (hier Strom) hätten. Bei den Netzbetreibern stehen mit Sicherheit wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Hierbei wäre anzumerken, dass das Verhalten der Stromkonzerne beim Rückbau der Atomkraftwerke bzw. Endlagerung der Abfälle zeigt, dass die Konzerne nicht bereit sind außer den in den Bilanzen enthaltenen Rückstellungen weitere Kosten zu übernehmen, obwohl sie glänzend verdient haben. Man muß sogar befürchten, dass die übersteigenden Kosten dem Steuerzahler auferlegt werden. Sollte in naher Zukunft das Problem der Speicherung alternativ erzeugter Energien technisch gelöst werden, würde sich die Leitung erübrigen, es sei denn, es wäre ein europaweiter Austausch von Energien im großen Stil (mit zusätzlichen Gewinnmöglichkeiten) geplant.
Barbara Lucas-Leugering, 29.11.2014 18:12:
Der differenzierte Fragenkatalog macht deutlich, dass hier eine Kenntnis der Zusammenhänge zwischen den Bedingungsfaktoren vorausgesetzt wird, über die man als engagierter, jedoch fachfremder Bürger nicht notwendig verfügt und deren Mangel auch nicht in kurzer Zeit auszugleichen ist.
Gleichwohl möchte ich als so betroffene Bürgerin und auch stellvertretend für viele Zeitgenossen in unserem Lebensumfeld diesbezüglich eine dringende Bitte formulieren: Da es sich bei der Energiewende um ein ‚bonum commune’ handelt, das länderübergreifend nachhaltige, u.U. irreparable Weichenstellungen für den lokalen und globalen Lebensraum auch der nachkommenden Generationen beinhaltet (Gesundheit, Welternährung, Naturerhalt...betreffend), erscheint es mir unverzichtbar, zunächst die Expertise aus Hochschule, Wirtschaft, Politik....für den Energiedialog zu beanspruchen, deren analytische Sichtweisen jedoch in einem zweiten Schritt mit Blick auf eine notwendige Wertehierarchisierung zu bündeln und unter Einbeziehung einer Ethikkommission in Handlungskonzepte zu gießen.
Nur so ist die von unserem Grundgesetz nahegelegte Position ‚aktiver Teilhabe’ an politischen Willensbildungsprozessen gesichert, nur so hat der interessierte Mitbürger die Chance zur Identifikation mit Problemlösungen, die unter Aufbietung aller Kräfte gemeinsam gefunden wurden und nicht auf Partikularinteressen, Eitelkeiten und der Unkenntnis einer breiten Mehrheit beruhen. Dies sollte sich ändern!
Martin Förster, 29.11.2014 12:03:
Nach der Fukushima-Katastr. in Japan gingen 52 AKW kurzfristig vom Netz, ohne nachhaltige Rezension. Am 06.08.2011 gingen in D 8 Atomkraftwerke gleichzeitig vom Netz. Der befürchtete Blackout ist ausgeblieben.
Ein wichtiger Schritt ist die Abschaffung der unbehinderten Einspeiseberechtigung von E-Erzeugern. Es muss erlaubt sein, Einspeisespitzen zu kappen. Diese Spitzen machen nur einen kleinen Teil der Gesamtleistung aus, sind aber bestimmend für den Umfang des Netzausbaus. Der berühmte Vergleich mit der 7-sprg Autobahn, die auf einen staulosen Ferienbeginn ausgelegt ist, scheint als Veranschaulichung durchaus geeignet. Die mit dem Bau von Stromtr. begründete Entwertung von Häusern und Grundstücken geht zudem nicht in die wirtsch. Bilanz mit ein. Somit tragen Grundstückseigentümer, Nutznießer von unbeschädigter Natur und Steuerzahler die Profitmaximierung von einzelnen E-Erzeugern und Netzbetr. Gerade in diesem Zusammenhang erscheint die Rendite von 9%, die die Netzbetreiber garantiert bekommen, unmoralisch. Zudem ist eine Budgeteinhaltung nicht im wirtsch. Interesse der Planer. Je mehr die Trassen kosten, desto mehr verdienen die Netzbetreiber und desto mehr bezahlt der Bürger.
Wenn man über Versorgungssicherheit diskutiert, so sollte man auch die Robustheit der Versorgung gegen Sabotage (Terroristische Anschläge, …) in Betracht ziehen. Eine Handvoll einzelner Trassen sind diesbezüglich wesentlich unrobuster als ein verzweigtes Netz.