2. Sitzung der Plattform Energie Bayern (AG4)

Kommentare:

Helmuth Coqui, 10.01.2015 11:45:
Das Thema "Deckungslücke" in 2023 ist der zentrale Punkt.
Leider basiert die errechnete Deckungslücke auf drei Annahmen , die weder heute noch in 2023 zutreffen:
1.) Bayern war nie und ist nicht "stromautark". Warum sollte Bayern in 2023 stromautark sein und vorher noch - zusätzlich zu den heutigen starken Netzen nach Nord, Süd, Ost und West - eine leistungsfähige Thüringer Spange bauen?
2.) Es ist technisch einfach falsch, eine "gesicherte LEISTUNG" zu definieren. Leistung eines Pumpspeicherwerkews ist die Nennleistung der stromerzeugenden Turbine (GW) nicht die Arbeit (GWh) die dort gespeichert werden kann. Gleiches gilt für alle anderen Speicher. Es geht um gesicherte Arbeit (GWh), die in Falle einer zu niedrigen Erzeugung zur Verfügung steht (1 Stunde lang?, einen Tag lang? oder auch während einer 10 tägigen Windflaute?
3.) "Der Bedarf an Strom" ist der Stromabsatz an Letztverbraucher nicht gleich der bayerischen Bruttostromerzeugung (ca. 90 GWh). In Deutschland werden weniger als 70% des erzeugten Stroms an Letztverbrauer geliefert.Die bayerischen Zahlen des Stromabsatzes an bayerische Letztverbraucher ist mir nicht bekannt.
2/3 des Strom an Letztverbraucher geht an Sondervertragskunden, deren Strombedarf heute schon zeitlich an das Angebot angepasst wird und in 8 Jahren in noch höherem Maße anpassbar ist.
Dietmar Schreiber-Ebersbach, 21.12.2014 19:21:
Wirtschaft, Energie und Zukunft 2040. Das klingt erst einmal programmatisch, soll aber in erster Linie auf eine relativ nahe Zukunft ausblicken lassen.

In meinem Studium habe ich mich mit Kybernetik befasst und mit Politikwissenschaft. Nun geht es bei der Versorgungssicherheit leider nicht nur über den Zeitraum bis 2020.

Da die Politik besonders im so wirtschafts- und wissenschaftsstarken Bayern vorausschauend planen muss, weise ich hiermit ausdrücklich auf die langfristig sehr positive Wirkung von einer Unabhängigkeit von Kohle, Gas und Erdöl und Uran hin.

Wenn sich in naher Zukunft diese Rohstoffe im Vergleich zu regenerativen Energiequellen exorbitant verteuern werden sind diejenigen Länder, die durch vorausschauenden Aufbau der regenerativen Quellen den anderen Ländern bereits Jahrzehnte voraus.

Durch diesen Vorsprung durch Technik und das entsprechende Know-How und vor Allem die passende kleingliedrige Infrastruktur sind die Kosten im Vergleich zum Rückbau der in der Vergangenheit groß angelegten Strukturen prozentual.

Braunkohle und billiger Atomstrom aus dem Osten - gut und schön, aber die Rechnung wird nicht ganz aufgehen. China oder Indien mit der entsprechenden Manpower werden als Fertigungsländer prosperieren.

Vom Klimawandel und vom CO2 mit Braunkohle ganz zu schweigen. Die Regierung kann keine Ost-Südtrasse wollen - auch Seehofer - die alle diese Argumente schlicht vergisst.


Dietmar Schreiber-Ebersbach
Dipl.-Des.