Bayerns Energieprogramm

Mit der Abschaltung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld ist seit 2011 deutschlandweit mehr als die Hälfte der Leistung aus Kernkraft und damit ein beträchtlicher Teil der gesicherten Leistung vom Netz gegangen. Gleichzeitig kommt den erneuerbaren Energien heute eine zunehmend dominierende Rolle zu. Die Umstellung auf erneuerbare Energie bleibt vor diesem Hintergrund die zentrale Herausforderung für eine sichere, günstige und umweltverträgliche Energieversorgung.

Seit der Verabschiedung des Energiekonzeptes 2011 ist Bayern mit der Umsetzung der Energiewende gut vorangekommen. Trotz einer steigenden Bevölkerungszahl und einer positiven konjunkturellen Entwicklung ist der End-energieverbrauch relativ konstant geblieben, der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch ist zwischen 2010 und 2014 auf 18,8 Prozent um fast ein Viertel gestiegen. Der Anteil an der Bruttostromerzeugung ist im gleichen Zeitraum um rund 40 Prozent auf 36,1 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind die energiebedingten Kohlendioxidemissionen seit 2010 trotz Wirtschaftswachstum und Abschaltung des Kernkraftwerks Isar 1 von 6,2 auf 6,1 Tonnen pro Kopf gesunken.

Bayern ist in Deutschland führend bei der Nutzung der Wasserkraft, Geothermie, Solarenergie sowie Umgebungswärme. Bei der Stromerzeugung aus Bioenergie erreicht Bayern Rang 2 unter den Ländern. Trotz des relativ windschwachen Binnenstandorts legte Bayern beim Zubau von Windenergieanlagen in den letzten Jahren kräftig zu und besetzte 2014 den 5. Rang im bundesweiten Ländervergleich. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2014 wurde ein erster Schritt in Richtung Markt- und Systemintegration getan. Hier hat sich Bayern an der Ausgestaltung aktiv beteiligt und konnte viele bayerische Interessen durchsetzen.