Bioenergie

Biomasse - wichtigster erneuerbarer Energieträger

Der Anteil der Biomasse am Primärenergieverbrauch in Bayern beträgt derzeit rund 11 Prozent. Damit ist Biomasse der derzeit wichtigste erneuerbare Energieträger in Bayern. Nahezu die gesamte "erneuerbare" Mobilität im Straßenverkehr, über 80 Prozent der "erneuerbaren" Wärme und über 25 Prozent des "erneuerbaren" Stroms entstehen aus Bioenergieträgern. In Bayern hat sich der Beitrag der genutzten Bioenergie an der Primärenergiebereitstellung zwischen 1995 und 2013 von 42 Petajoule (PJ) auf rund 217 PJ mehr als verfünffacht. Die Stromerzeugung stieg von nahezu null auf etwa 8,1 Milliarden kWh im Jahr 2014. In Summe stammen rund 2/3 der in Bayern genutzten erneuerbaren Energien aus Biomasse.

Die Stromerzeugung aus Biogas hat sich in den letzten zehn Jahren sehr dynamisch entwickelt. In Bayern ist mittlerweile eine Leistung von 882 MW in rund 2.385 Biogasanlagen installiert.

Beiträge zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Bayern 2014

Laut dem Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen weist die Bioenergie im Jahr 2014 einen Anteil am Primärenergieverbrauch erneuerbarer Energien in Deutschland von rund 68 Prozent auf – und das bedarfsgerecht und sicher. Gleichzeitig trägt die Bioenergie zur Wärmeversorgung bei. An der regenerativen Wärmebereitstellung hat sie einen Anteil von rund 85 Prozent.

Mit den Novellierungen im EEG 2014 haben sich die Rahmenbedingungen für Investoren erheblich verändert. Dies führt nur noch zu einer geringfügigen Erhöhung der installierten Leistung, die vor allem auf das sogenannte Repowering oder auf Erweiterungen zurückzuführen ist. Es werden derzeit nur kleinere Biogasanlagen mit einer installierten Leistung bis zu 75 kW auf Güllebasis gebaut. Die Gülleverwertung in Biogasanlagen ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.


Bedarfsgerechte Stromerzeugung

Die Bioenergie kann - wie die Wasserkraft - einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Zudem ist sie flexibel einsetzbar und kann zum Ausgleich schwankender Stromeispeisung aus fluktuierenden erneuerbaren Energiequellen beitragen. Die Bayerische Staatsregierung startete daher im Dezember 2014 die Beratungsinitiative Biogas, um die Flexibilisierung von bayerischen Biogasanlagen voranzutreiben. Betreiber von Biogasanlagen werden zu technischen und wirtschaftlichen Fragen im Rahmen einer bedarfsgerechten Stromerzeugung informiert.

Wärme aus Biomasse

Holz ist der wichtigste erneuerbare Energieträger für die Wärmeerzeugung. Als Scheitholz, Hackschnitzel oder in Form von Pellets wird Holz umweltfreundlich und mit hohen Wirkungsgraden verwertet. So werden in Bayern – überwiegend in Form von Scheitholz - jährlich etwa 6,2 Mio. Tonnen Holz genutzt. Dies erfolgt vorwiegend zur dezentralen Wärmeerzeugung in Haushalten. Um die klimafreundliche Nutzung von Wärme aus Holz voranzubringen, hat das Bayerische Wirtschaftsministerium die Initiative „Wärmewende mit Holz“ gestartet. Wesentlicher Bestandteil sind Informationsveranstaltungen des Beratungsnetzwerkes LandSchafftEnergie des Wirtschaftsministeriums und des Landwirtschaftsministeriums in ganz Bayern. Hierbei werden Interessierte über die Vorteile beim Heizen mit Holz informiert.

Biokraftstoffe

Die stagnierende, teilweise auch leicht rückläufige Nutzung von Biokraftstoffen setzte sich auch im vergangenen Jahr fort. Die politischen Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe haben sich in den letzten Jahren verschlechtert. Hier gilt es, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und Reinkraftstoffe wieder stärker in den Fokus zu bringen. Durch die gekoppelten Proteinfuttermittel leisten Biokraftstoffe über die Tierernährung einen wichtigen Beitrag zur heimischen Erzeugung von Milch, Fleisch und Eiern. Im September 2014 startete die Bayerische Staatsregierung das neue Förderprogramm „RapsTrak200“, um den Einsatz von Rapsöl- und Pflanzenölkraftstoffen in der Land- und Forstwirtschaft zu unterstützen. Weitere Details zum Programm erhalten Sie hier.

Ziele Energieprogramm

Der Energieträger Biomasse soll bis zum Jahr 2025 einen Beitrag von 14 – 16 Prozent zur Bruttostromerzeugung in Bayern leisten. Um dies zu erreichen, müssen im neuen EEG Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden. Ansonsten droht ein Rückgang der bestehenden installierten Leistung.

Energiedialog

In dem vom Bayerischen Wirtschaftsministerium durchgeführten Energiedialog wurden die Ziele für das Energieprogramm erarbeitet. Voraussetzung für die weitere Bioenergienutzung sind geeignete Rahmenbedingungen im EEG, da in den kommenden Jahren für die ersten Anlagen die 20jährige Vergütungsdauer ausläuft und die Anlagen dann nicht weiter betrieben werden können. Ausbaupotenzial gibt es auf Grundlage von Rest- und Abfallstoffen, teilweise Gülle sowie durch freiwerdende Flächen u.a. aufgrund züchterischen Fortschritts. Zusätzliches Potenzial wird bei der Verstromung von Holz durch Holzvergasungsanlagen gesehen. Beim weiteren Ausbau der Bioenergie sollen ökologische Belange berücksichtigt werden. Mit einem entsprechenden Marktdesign können flexible Biogasanlagen einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.