Sonnenkraft für Wärme

Solarthermie und Umgebungswärme 

Keine andere regenerative Energie ist auf der Welt so reichlich und kostengünstig vorhanden wie die Sonnenstrahlen.

Bayern verfügt im deutschlandweiten Vergleich über überdurchschnittlich hohe solare Einstrahlwerte und überwiegend gut geeignete Bodenstrukturen zur Erdwärmenutzung (oberflächennahe Geothermie). Diese Ressourcen lassen sich in großem Umfang mit Solarkollektoren und Wärmepumpen zur Brauchwassererwärmung und Gebäudeheizung nutzen.

Wie funktioniert Solarthermie?

Solarthermie funktioniert durch solartechnischen Anlagen. Diese bestehen aus einem Sonnenkollektor, einer Regeleinheit mit Pumpen und einem Warmwasserspeicher. Immer neue Technologien erlauben es, Sonnenenergie zu speichern, die Heizkosten während des gesamten Jahres zu senken und mehrere Gebäude zu versorgen. Industrieunternehmen verwenden thermische Solaranlagen auch zur effizienten Erzeugung von Prozesswärme. Derzeit werden erste solarthermische Kraftwerke getestet. Sie haben das Potenzial, langfristig herkömmliche Kraftwerke zu ersetzen.

In Neubauten kommen solche Anlagen - auch durch die ordnungsrechtlichen Vorgaben im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und in der Energieeinsparverordnung - bereits häufiger zum Einsatz. Bei Bestandsgebäuden werden sie jedoch bislang nur im begrenzten Umfang genutzt. Das liegt an den meist aufwendigen baulichen Eingriffen, den nicht unerheblichen Kosten, zum Teil aber auch an der Unkenntnis der Bevölkerung. Den rund 25.000 im Jahr 2010 errichteten Gebäuden stehen in Bayern aber mehr als vier Millionen Bestandgebäude gegenüber. Ein Großteil dieser Immobilien bietet grundsätzlich die Möglichkeit, Solarkollektoren oder Wärmepumpen zu installieren. Diese Chance gilt es, verstärkt zu nutzen. Derzeit sind in Bayern etwa 500.000 Solarkollektoranlagen und etwa 80.000 Wärmepumpen installiert.