Tiefengeothermie

Im südbayerischen Raum bietet sich mit dem Thermalwasservorkommen in den Malmkarbonaten die Möglichkeit einer geothermischen Nutzung aus einer hei­mischen Energiequelle. Dies ist die größte direkt nutzbare Geo­thermie­­lager­stätte West- und Mitteleuropas, die sowohl für die geothermische Wärme­versorgung als auch für die geo­thermische Strom­­er­zeugung (nach gegen­wärtigen technischem Stand ab 80° C) genutzt werden kann. Die Vorteile der Geo­thermie sind:

  • Es handelt sich um eine heimische Energiequelle, dies bedeutet Versorgungssicherheit für mehrere Jahrhunderte.
  • Sie ist grundlastfähig im Wärme und Strombereich.
  • Die Nutzung der Geothermie beansprucht nur einen geringen Platzbedarf und damit Flächenverbrauch sowie Eingriff in Natur und Landschaft.
  • Anders als bei der Energiegewinnung aus Wind und Sonne ist keine Speicherung notwendig.
  • Für Kommunen und Wirtschaft besteht die Möglichkeit des Aufbaues einer dezentralen Energieversorgung.
  • Geothermie bietet ein hohes Substitutionspotenzial im Wärmebereich für Öl und Gas und vermindert damit die Importabhängigkeit.
  • Geothermie hat von allen erneuerbaren Energieträgern die beste Klimaschutzbilanz.

Das über Tiefenbohrungen in Bayern bisher erschlossene geothermische, hydrothermale Potenzial liegt bei circa 350 MW für die Wärmenutzung und ca. 40 MW für die Stromerzeugung. Insgesamt könnten bei vollständiger großflächiger Erschließung aus einem Heißwasseraquifer für die Wärmenutzung circa 1.800 MW und 300 MW für die Stromerzeugung in Bayern genutzt werden.