Wasserkraft

Beitrag der Wasserkraft zur Energiewende

Bayern ist bei der Nutzung der Wasserkraft führend in Deutschland. In rund 4.000 bayerischen Laufwasser- und Speicherkraftwerken mit einer installierten Gesamtleistung von rund 2.400 MW (ohne Pumpspeicherkraftwerke) werden im langjährigen Mittel rund 12,5 Mrd. kWh  Strom pro Jahr erzeugt - das sind etwa 14 Prozent der gesamten Stromerzeugung oder rund ein Drittel der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien im Freistaat.

Beiträge zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Bayern 2014

Wasserkraft hat viele Vorteile

Die Nutzung der Wasserkraft hat in Bayern eine sehr lange Tradition; sie steht als „heimischer“ Energieträger für Versorgungssicherheit. Laufwasserkraftwerke liefern rund um die Uhr zuverlässig und unabhängig von Wind oder Sonne Grundlaststrom; Speicherkraftwerke erzeugen v.a. in Spitzenlastzeiten bedarfsorientiert zusätzlichen Strom. Wasserkraftwerke liefern mit gesicherter Leistung einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung, zur Versorgungssicherheit und zur Stabilität der Stromnetze. In Wasserkraftanlagen werden ausgereifte Technologien mit sehr hohen Wirkungsgraden (ca. 80 bis 90 Prozent) eingesetzt. Die bestehenden Wasserkraftwerke sind die kostengünstigste Möglichkeit, um erneuerbaren Strom zu gewinnen. In der Bevölkerung  gibt es eine große Zustimmung zur Nutzung der Wasserkraft [Umfrage-Werte um 90 Prozent].

Ausbau der Wasserkraftnutzung in Bayern

Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien sollen noch vorhandene Wasserkraftpotenziale genutzt werden. Hierzu hat der Ministerrat bereits im April 2012 die Bayerische Strategie zur Wasserkraft beschlossen, die einen 10-Punkte-Fahrplan für eine ökologische und naturverträgliche Wasserkraftnutzung umfasst. Bayern setzt vor allem auf die Modernisierung von Wasserkraftanlagen sowie auf einen umweltverträglichen Ausbau an bestehenden Querbauwerken (z.B. Abstürze, Rampen, Schwellen, Wehre). Ziele sind eine Steigerung der regenerativen und klimafreundlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft und eine Verbesserung der gewässerökologischen Situation.

Weitergehende Informationen zur Wasserkraft in Bayern finden Sie unter LfU und Energie-Atlas.

Pumpspeicher

Pumpspeicherkraftwerke erzeugen in Spitzenlastzeiten bedarfsorientiert zusätzlichen Strom. In Bayern gibt es sieben Pumpspeicherkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 550 Megawatt und einer Gesamtspeicherkapazität von rund 4,5 Mio. kWh.

Pumpspeicherkraftwerke sind großtechnisch verfügbare und seit Jahrzehnten bewährte Energiespeicher. Sie tragen in hohem Maße zu einer flexiblen und sicheren Stromversorgung bei; zudem stellen sie zuverlässig verschiedene Arten von Regelenergie für einen stabilen Stromnetzbetrieb bereit.

Studien zu Pumpspeicherkraftwerken

Der Ministerrat hat im Mai 2011 beschlossen, das Potenzial für weitere Pumpspeicherwerke in Bayern untersuchen zu lassen. Das Landesamt für Umwelt hat dazu in einer Studie 16 Potenzialflächen ausgewählt und bezüglich Möglichkeiten und Hindernissen vertieft untersucht.

Mit rund 11.000 Megawatt und einem Gesamtarbeitsvermögen von rund 66 Mio. kWh weist Bayern rein theoretisch ein großes Potenzial zur Pumpspeicherung auf. Allerdings haben sich die Marktbedingungen derart geändert, dass Pumpspeicherkraftwerke derzeit am Rande der Wirtschaftlichkeit betrieben werden.