Energieagentur

ENERGIEVERBRAUCH SENKEN

Verteilung des Energieverbrauchs in Deutschland

Über 70 % unserer Energie verbrauchen wir auf der Straße, auf Schienen, in der Luft und durch das Heizen bzw. Kühlen von Gebäuden. In diesen beiden Sektoren stecken die größten Potentiale einer cleveren Energieeinsparung.
 

Verteilung des Energieverbrauchs in Deutschland

Verkehr

  • Veränderung des persönlichen Verhaltens (mehr Bus und Rad fahren, zu Fuß gehen)
  • Kauf regionaler Produkte (Vermeidung langer Transportwege)
  • Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs
  • Spritsparende Fahrzeuge nutzen
  • Erforschung und Entwicklung alternativer Verkehrsund Transportsysteme, Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs
  • Stärkung der Ortszentren (Innenentwicklung) mit dem Ziel: Stadt der kurzen Wege

Gebäude

  • Energie sparen ohne Komfortverlust möglich (gutes Lüften, maßvolles Heizen, effiziente Haushaltsgeräte, Stand-by-Betrieb vermeiden)
  • Energetische Modernisierung von Gebäuden
  • Neubau nur mit starker Berücksichtigung energetischer Aspekte (Lage/Orientierung/Materialien/ Technik) und nach hohen energetischen Standards (z. B. KfW-Effizienzhäuser, Niedrigenergiestandards, Passivhaus, Plus-Energie-Haus)
  • gemeinsame Lösungen im Quartier suchen, z. B. Nahwärmeversorgung
  • Kompetente und neutrale Energieberatung als Grundlage von Investitionen nutzen

Industrie

  • energieeffiziente Produktion, energiesparende Produkte
  • Produktion langlebiger Produkte
  • Energieeffizienzmaßnahmen rechnen sich
Das Stromsparhaus Fenster Fenster Fenster Beleuchtung Stromcheck Armaturen Waschen/Trocknen Heizungsumwälzpumpen Computer, Bildschirm, TV und Co. Fenster Stand-By Beleuchtung Kochen Armaturen Energielabel Kühlen/Gefrieren Beleuchtung EU-Energielabel Beleuchtung Link zur VIS

Energie sparen im Haushalt

Energiesparlampen, Licht aus bei Verlassen eines Raumes, bei Neuanschaffungen verbrauchsarme Geräte kaufen, Waschmaschine stets voll beladen, stoßlüften, im Winter Zimmertüren schließen, Raumtemperatur bei Verlassen der Wohnung auf 16 Grad absenken.

ENERGIEEFFIZIENZ STEIGERN

Energie kann durch Erhöhung des Wirkungsgrades effizienter umgewandelt und genutzt werden, auch dies senkt den Energieverbrauch nachhaltig. Dafür kommen folgende Maßnahmen in Frage:

Energieerzeugung

  • Kraft-Wärme-Koppelung ausbauen
  • Ausbau und Förderung der Nah- und Fernwärme (Blockheizkraftwerke)
Energieeffizienz steigern durch Erhöhung des Wirkungsgrades

Industrie und Gewerbe

  • Energiemanagement in den Unternehmen
  • Nutzung der Abwärme für Büros sowie öffentliche oder private Gebäude
  • Reduzierung der Prozesswärme

Haushalt

  • Einsatz energieeffizienter Geräte (Energieeffizienzklassen beachten)
  • Optimierungen bei wärme- und stromverbrauchenden Geräten (Brennwerttechnik, stromsparende Heizungsumwälzpumpen)
  • Intelligente Stromzähler können helfen, Netze zu entlasten und Kosten zu sparen (Smart Meter)

Verkehr

  • Kauf kleinerer Fahrzeuge mit geringem Spritverbrauch
  • effiziente Antriebe mit moderner Spritspartechnik sowie Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit Bremskraftrückgewinnung
  • Systeme zur Verkehrssteuerung
  • Carsharing, Fahrgemeinschaften und öffentlichen
  • Personennahverkehr nutzen

Forschung und Innovationen

  • Entwicklung energieeffizienter Produkte und Produktionsverfahren
  • Systeme zur regenerativen Energieversorgung von Gebäuden, z. B. Solarthermie

ERNEUERBARE ENERGIEN AUSBAUEN

Neben der Energieeinsparung und der Steigerung der Energieeffizienz müssen die erneuerbaren Energien konsequent ausgebaut werden.

Strom aus erneuerbaren Energien in Bayern (in%)

Strom aus erneuerbaren Energien in Bayern

Entwicklung der Bruttostromerzeugung durch erneuerbare Energien in Bayern nach Prozentanteil an der gesamten Bruttostromerzeugung

Entwicklung der Bruttostromerzeugung durch erneuerbare Energien in Bayern

Wasserkraft

  • meist rund um die Uhr verfügbar
  • geeignet für Grund-, Mittel- und Spitzenlast
  • weiterer umweltverträglicher Ausbau möglich
  • geeignet für Energiespeicherung mittels Pumpspeicherkraftwerken

Windenergie

  • nicht immer und regional unterschiedlich verfügbar
  • Kombination mit Energiespeichern sinnvoll
  • Anpassung der Stromnetze notwendig
  • Auswirkungen auf Natur und Landschaftsbild

Bioenergie

  • wichtiger Energieträger für Wärme- und Stromerzeugung in Bayern
  • stärkere Nutzung vorhandener Quellen wie Gülle, organischen Rest- und Abfallstoffen

Photovoltaik

  • nicht immer und regional unterschiedlich verfügbar
  • Kombination mit Energiespeichern bzw. Last- und Bedarfsmanagement sinnvoll
  • Anpassung der Stromnetze notwendig

Solarthermie und Umgebungswärme

  • besonders geeignet für Neubauten und Bestandssanierungen
  • gute Bedingungen in Bayern durch überdurchschnittlich hohe solare Einstrahlwerte

Tiefengeothermie

  • gute Bedingungen im südbayerischen Raum
  • geeignet zur Wärmeversorgung und Stromerzeugung

ENERGIEVERSORGUNG SICHERN

Oberste Priorität beim Umbau der Energieversorgung hat der Erhalt der flächendeckenden Versorgungssicherheit und der lückenlosen Verfügbarkeit. Hier sind neue Ideen und Forschungsanstrengungen nötig.

    Versorgung

    • Ausbau der Stromnetze (dezentrale und zentrale Stromeinspeisung)
    • „Stromautobahnen“, z. B. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen
       
    Steuerung intelligenter Stromnetze, sogenannter Smart Grids, zur Erzeugung, Speicherung, Transport und Verbrauch

    Intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids, können Erzeugung, Speicherung, Transport und Verbrauch steuern

    Um den Strom vom Ort der Erzeugung zu den Verbrauchern zu transportieren, sind u. a. zusätzliche neue Höchstspannungs-Stromtrassen notwendig.

    benötigte Höchstspannungs-Stromtrassen

    ENERGIEVERSORGUNG WIRTSCHAFTLICH UND ZUKUNFTSSICHER GESTALTEN

    Der Umbau der Energieversorgung muss bezahlbar sein und darf die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft nicht beeinträchtigen. Im Gegenteil: durch ihn sollen zusätzliche Märkte erschlossen werden.

    Energiekosten

    • koordinierter Netzausbau auf allen Ebenen (EU, Bund, Länder, regional)
    • Kostentransparenz (wer zahlt/bekommt was?)
    • Finanzierung (EEG; Netzentgelte, etc.)
    • Fördermaßnahmen/Ausgleichsregelungen/EU-Emissionshandel
    • Akzeptanz in der Bevölkerung

    Forschung

    • Innovationen in der Energie- und Umwelttechnik

    Wirtschaft

    • neue Technologien, neue Märkte und neue Arbeitsplätze
    • neue Geschäftsmöglichkeiten für Industrie, Handwerk und Dienstleistung
    • Fördermaßnahmen
    • Wertschöpfung, insbesondere im ländlichen Raum
    • Investitionssicherheit durch verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen
    • Gewinnung privater Investoren Verkehr
       
    Verflechtung der Themen und Methoden in der Energie- und Umweltforschung
    Quelle: Forschungsstelle für Energiewirtschaft, München

    Enge Verflechtung der Themen und Methoden in der Energie- und Umweltforschung.