Verbrauchermonitor

Wie steht die bayerische Bevölkerung zur Energiewende? Welchen Beitrag leistet jeder Einzelne? Und fühlen sich alle ausreichend informiert? Der Verbrauchermonitor Bayern 2013 liefert auf diese und weitere Fragen aussagekräftige Antworten.

Die in Bayern bereits zum fünften Mal von der GfK durchgeführte Studie hatte diesmal Themen wie „Energiepolitik und Akzeptanz“, „Energiesparen“, „Energieeffizienz“ sowie „Energieverträge“ als Schwerpunkte. Die Befragung zeigt, dass eine deutliche Mehrheit der bayerischen Bevölkerung mit den Fortschritten der Energiewende zufrieden ist und sich gut bis ausgezeichnet aufgeklärt fühlt. Die Studie bestätigt aber auch, dass Themen wie erhöhte Strompreise und der Bau von Anlagen und Infrastruktur für erneuerbare Energien in der Nähe des Wohnortes von den Befragten eher kritisch gesehen werden.

Auftraggeber des Verbrauchermonitors sind die Staatsministerien für Justiz und Verbraucherschutz, Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (in Zusammenarbeit mit ENERGIE INNOVATIV) sowie Umwelt und Gesundheit.
Hier finden Sie die wichtigsten Ergebnisse der Befragung. Weitere Informationen zum Verbrauchermonitor erhalten Sie auch hier.

Fortschritt Energiewende

Hohe Zufriedenheit mit den Fortschritten der Energiewende in Bayern.

Fast 70 % der bayerischen Bevölkerung ist mit den bisherigen Fortschritten der Energiewende zufrieden. Diese Einstellung ist bei Bürgern aus ländlichen Gegenden etwas stärker zu beobachten, als bei der Stadtbevölkerung. Allerdings werden die steigenden Energiepreise von den Verbrauchern kritisch gesehen.

Hohe Zufriedenheit mit den Fortschritten der Energiewende in Bayern.

Ausstieg Kernenergie

Breiter Rückhalt bei den Bürgern für den Ausstieg aus der Kernenergie.

Acht von zehn Bürgern in Bayern befürworten klar den Ausstieg aus der Kernenergie und die damit verbundenen Konsequenzen.

Breiter Rückhalt bei den Bürgern für den Ausstieg aus der Kernenergie.

Bau von Energie-Infrastruktur

Die Errichtung einer neuen Hochspannungsleitung erscheint den Bürgern gravierender und störender als der Bau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Für eine erfolgreiche Energiewende ist jedoch der Ausbau der Stromleitungen ein ganz wesentlicher Beitrag. Gerade weil Anlagen für erneuerbare Energien dezentral entstehen – zum Beispiel durch Photovoltaik-Anlagen – müssen neue Leitungen errichtet werden, um diesen Strom zu transportieren.

Das derzeitige Verteilnetz reicht dafür nicht aus. Um für diese Notwendigkeit Verständnis in der Bevölkerung zu schaffen, plant ENERGIE INNOVATIV für 2014 eine Roadshow. Sie wird die Komplexität der Energiewende aufgreifen und die Notwendigkeit der damit verbundenen Infrastrukturmaßnahmen erläutern.

Akzeptanz Strompreis-Erhöhungen

Die Mehrheit will für die Energiewende keine spürbar höheren Preise in Kauf nehmen.

Die Bereitschaft, aufgrund der Energiewende höhere Strompreise zu bezahlen, ist in der Bevölkerung sehr gering ausgeprägt. 37 % der bayerischen Verbraucher sind nicht bereit für die Energiewende einen höheren Strompreis zu bezahlen, 40 % akzeptieren maximal eine Erhöhung bis zu 10 Prozent. Daher schlägt Staatsminister Zeil vor, die Stromsteuer als Sofortmaßnahme zu senken. Zugleich wird eine grundlegende Reform des EEG nötig, um die Energiepreise für Haushalte und Unternehmen nicht weiter in die Höhe zu treiben.

Die Mehrheit will für die Energiewende keine spürbar höheren Preise in Kauf nehmen.

Bevorzugte Arten des Energiesparens

Stromsparen ist für die Mehrheit wichtiger als Wärmeeinsparungen.

Knapp 90 % beurteilen Stromeinsparungen im eigenen Haushalt als wichtiges Thema. Allerdings sehen nur zwei Drittel der Befragten die Notwendigkeit, sich über das Thema Wärmeeinsparung, z. B. mit energetischer Sanierung oder energiesparendem Bauen, zu informieren – also über den Bereich, der ein weit höheres Potenzial besitzt als Stromsparen. Denn fast 40 % des Energieverbrauchs entfallen auf die Beheizung und Klimatisierung von Gebäuden sowie auf die Warmwasserbereitung.

Stromsparen ist für die Mehrheit wichtiger als Wärmeeinsparungen.

Energiesparen im Haushalt

Die meisten Haushalte leisten bereits ihren eigenen Beitrag zum Energie sparen.

Ressourcenschonung und Energieeffizienz sind für die bayerische Bevölkerung wichtige bis außerordentlich wichtige Anliegen. 93 % der Befragten leisten bereits ihren individuellen Beitrag zum Energiesparen.

Dabei haben Maßnahmen zum Stromsparen Priorität, wie z.B. der Einsatz von Energiespar-Lampen oder die Nutzung von energieeffizienten Haushaltsgeräten. Weiterhin wird die häufigere Nutzung des Fahrrad statt des Autos genannt. Knapp ein Drittel haben in den letzten 12 Monaten sogar in die Isolierung der eigenen vier Wände durch bauliche Maßnahmen investiert.

Die meisten Haushalte leisten bereits ihren eigenen Beitrag zum Energie sparen.

Informationsgrad der Bevölkerung

Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich gut über die Themen der Energiewende informiert.

Das vorhandene Informationsangebot zur Energiewende wird von den bayerischen Verbrauchern intensiv genutzt, weshalb sich 60 % gut bis ausgezeichnet informiert fühlen. Als wichtigste Quellen dienen das Fernsehen (58 %), lokale oder regionale Tageszeitungen (46 %) und das Internet (40 %). Jüngere Verbraucher bis 30 Jahre sowie Menschen, die auf dem Land wohnen, fühlen sich zu diesen Themen sogar noch besser aufgeklärt.

Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich gut über die Themen der Energiewende informiert.